Die Sonne scheint, die Temperaturen klettern über 30 Grad – und plötzlich hämmert der Kopf. Was viele als lästige Begleiterscheinung eines heißen Sommertages kennen, ist keine Seltenheit. Tatsächlich können hohe Temperaturen den Kreislauf stark belasten und Kopfschmerzen begünstigen.
Wie es dazu kommt, wer besonders gefährdet ist und was jetzt hilft, erklärt Allgemeinmediziner Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, im "Heute"-Gespräch.
Steigen die Temperaturen, versucht der Körper, sich durch Schwitzen abzukühlen. Dabei verliert er jedoch nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Gleichzeitig erweitern sich die Blutgefäße und der Blutdruck kann sinken.
"Bei Hitze wird durch das Schwitzen die Körperflüssigkeit reduziert, gleichzeitig sinkt der Blutdruck", erklärt Wutscher. Genau diese Kombination kann dazu führen, dass Betroffene unter Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Kreislaufproblemen leiden.
Grundsätzlich kann hitzebedingtes Kopfweh jeden treffen. Einige Personengruppen reagieren auf hohe Temperaturen jedoch deutlich empfindlicher: "Es kann grundsätzlich jeden treffen, besonders gefährlich ist es für ältere oder auch kranke Menschen", sagt der Mediziner. Gerade ältere Menschen verspüren oft weniger Durst und trinken deshalb zu wenig. Auch chronische Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können den Körper zusätzlich belasten.
Damit Kopfschmerzen gar nicht erst entstehen, rät Wutscher vor allem dazu, den Körper möglichst wenig unter Hitzestress zu setzen: "Ausreichend Flüssigkeit, kühle – aber nicht kalte – Räume aufsuchen sowie keine körperliche Überbelastung", fasst der Allgemeinmediziner die wichtigsten Maßnahmen zusammen.
Wichtig ist dabei, regelmäßig zu trinken und nicht erst zu warten, bis sich Durst bemerkbar macht. Ebenso sinnvoll ist es, körperlich anstrengende Tätigkeiten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und die Mittagshitze zu meiden.
Nicht jedes Kopfweh an heißen Tagen ist harmlos. Treten weitere Beschwerden hinzu, sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden: "Bei Kopfschmerz, Schwindel und raschem Puls sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden", warnt Wutscher.
Denn hinter solchen Symptomen kann mehr als nur Flüssigkeitsmangel stecken. Im schlimmsten Fall entwickeln sich eine Hitzeerschöpfung oder sogar ein Hitzschlag – beides sollte keinesfalls unterschätzt werden.
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden an heißen Sommertagen. Meist lassen sie sich durch ausreichendes Trinken, Abkühlung und Ruhe rasch lindern. Wer jedoch merkt, dass die Beschwerden stärker werden oder Kreislaufprobleme hinzukommen, sollte nicht abwarten.