Die Sonne brennt, die Luft steht und schon nach wenigen Minuten fühlt sich jeder Schritt anstrengend an. Der Kreislauf gerät ins Wanken, der Schweiß rinnt und selbst im Schatten will die Hitze einfach nicht nachlassen. Wer gerade weder eine kalte Dusche noch einen Badesee in der Nähe hat, kann einen ungewöhnlichen, aber erstaunlich einfachen Trick ausprobieren.
An heißen Tagen läuft unser Organismus auf Hochtouren. Um überschüssige Wärme loszuwerden, erweitert der Körper die Blutgefäße. Dadurch sinkt der Blutdruck, das Herz muss stärker pumpen und gleichzeitig verliert der Körper durch das Schwitzen große Mengen an Flüssigkeit und wichtigen Mineralstoffen.
Die Folgen kennen viele: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder das Gefühl, einfach nicht mehr richtig leistungsfähig zu sein. Deshalb ist jede Möglichkeit willkommen, den Körper zwischendurch etwas abzukühlen.
Die Anwendung ist denkbar einfach: Zunächst werden die Ohrläppchen mit kaltem Wasser befeuchtet oder kurz unter fließendes Wasser gehalten. Anschließend massiert man sie etwa ein bis zwei Minuten lang sanft zwischen Daumen und Zeigefinger.
Viele berichten, dass das Hitzegefühl dadurch rasch nachlässt und sich der Kreislauf wieder etwas stabiler anfühlt. Der Trick kostet nur wenige Minuten und lässt sich nahezu überall anwenden – ob im Büro, unterwegs oder zu Hause.
Im Internet hält sich hartnäckig die Behauptung, die Ohrläppchen lägen besonders nah am Hypothalamus – jenem Bereich im Gehirn, der die Körpertemperatur reguliert. Anatomisch stimmt das jedoch nicht.
Tatsächlich funktioniert der Effekt aus einem anderen Grund: Die Ohrläppchen gehören – ähnlich wie Handgelenke, Schläfen oder Nacken – zu den gut durchbluteten Körperstellen mit sehr dünner Haut. Werden sie gekühlt, kühlt sich auch das Blut in den oberflächlichen Gefäßen leicht ab. Gleichzeitig registrieren Kälterezeptoren in der Haut den Temperaturreiz und leiten diese Information an das körpereigene Temperaturzentrum im Gehirn weiter. Das kann dazu beitragen, das subjektive Hitzeempfinden zu reduzieren und für ein angenehmeres Gefühl zu sorgen.
Wer zusätzliche Erfrischung braucht, kann auch die Innenseiten der Handgelenke für etwa 20 bis 30 Sekunden unter kaltes Wasser halten. Auch dort verlaufen oberflächliche Blutgefäße, wodurch ein ähnlicher Kühleffekt entsteht.
Ebenso bewährt hat sich ein kühles Tuch oder Coolpack im Nacken. Viele empfinden außerdem Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen als angenehm: Das enthaltene Menthol aktiviert Kälterezeptoren der Haut und vermittelt ein deutliches Frischegefühl.
So hilfreich solche Tricks im Alltag auch sein können, sie ersetzen keine grundlegenden Schutzmaßnahmen. Ausreichend trinken, leichte Kleidung tragen, direkte Sonne meiden und körperliche Anstrengung während der heißesten Stunden reduzieren bleiben die wichtigsten Maßnahmen gegen Hitzebelastung.
Treten jedoch starker Schwindel, Verwirrtheit, anhaltende Kreislaufprobleme oder eine sehr hohe Körpertemperatur auf, sollte rasch ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Hinter solchen Beschwerden kann ein Hitzschlag stecken, der sofort behandelt werden muss.