Eigentlich gelten Zucchini als wahre Selbstläufer im Gemüsegarten. Kaum eine Pflanze wächst so schnell und belohnt Hobbygärtner normalerweise mit einer üppigen Ernte. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn statt praller Früchte nur riesige Blätter wachsen oder kleine Zucchini schon nach wenigen Tagen gelb werden und abfaulen.
Die gute Nachricht: Dahinter steckt meist kein Rätsel, sondern einer von wenigen typischen Fehlern. Wer die Ursache kennt, kann oft schon innerhalb kurzer Zeit gegensteuern.
Eine der häufigsten Ursachen für ausbleibende Zucchini ist eine fehlende Bestäubung. Die Pflanzen bilden sowohl männliche als auch weibliche Blüten – Früchte entstehen allerdings nur, wenn der Blütenstaub der männlichen Blüte auf die weibliche übertragen wird.
Vor allem an regnerischen oder kühlen Tagen sind Bienen und Hummeln deutlich seltener unterwegs. Die Folge: Die kleinen Fruchtansätze werden nicht befruchtet, verfärben sich gelb, werden weich und fallen schließlich ab.
Zum Glück kannst du selbst nachhelfen. Pflücke am besten am Vormittag eine geöffnete männliche Blüte, entferne vorsichtig die Blütenblätter und streiche mit dem pollenbedeckten Staubgefäß über die Narbe der weiblichen Blüten. Oft reicht dieser kleine Handgriff schon aus, damit sich gesunde Zucchini entwickeln.
Zucchini zählen zu den sogenannten Starkzehrern. Sie benötigen besonders viele Nährstoffe, um ihre großen Blätter und die zahlreichen Früchte versorgen zu können.
Ist der Boden ausgelaugt, steckt die Pflanze ihre gesamte Energie ins Blattwachstum – für die Früchte bleibt kaum noch Kraft übrig. Deshalb lohnt es sich, bereits vor dem Pflanzen reichlich Kompost einzuarbeiten und während der Saison alle zwei bis drei Wochen organisch nachzudüngen. Brennnesseljauche, Kompostwasser oder spezieller Gemüsedünger versorgen die Pflanzen zuverlässig mit allem, was sie brauchen.
Faulen die Früchte dagegen bereits an der Spitze, steckt häufig ein Kalziummangel dahinter. Eine Blattdüngung mit Kalzium kann neu wachsende Früchte dann oft retten.
So sehr Zucchini die Sonne lieben – extreme Wetterbedingungen setzen ihnen trotzdem zu. Anhaltende Hitze über 30 Grad, starke Temperaturschwankungen oder längere Regenperioden bringen die Pflanzen schnell aus dem Gleichgewicht. Auch ein schattiger Standort oder Wassermangel können dazu führen, dass fast ausschließlich männliche Blüten entstehen oder bereits angesetzte Früchte abgestoßen werden.
Ideal ist deshalb ein sonniger Platz mit gleichmäßig feuchtem Boden. Gegossen wird am besten morgens direkt an der Wurzel. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit länger im Boden und verhindert gleichzeitig, dass die Früchte auf nasser Erde liegen und faulen.
Ein weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern ist meist ein deutliches Zeichen für Mehltau. Der Pilz entzieht der Pflanze Kraft und sorgt dafür, dass deutlich weniger Früchte gebildet werden. Vorbeugen lässt sich durch ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen und eine gute Luftzirkulation. Nasse Blätter trocknen dadurch schneller ab und Pilzkrankheiten haben schlechtere Chancen.
Auch wenn die Zucchini in diesem Sommer schwächelt, besteht oft kein Grund zur Sorge. Häufig reichen bereits eine bessere Bestäubung, etwas Dünger oder der richtige Standort aus, damit die Pflanze wieder kräftig Früchte bildet. Wer jetzt schnell reagiert, kann sich oft schon wenige Wochen später wieder über eine reiche Ernte freuen.