Mit der angekündigten Wehrdienstreform könnte sich für junge Männer in Österreich schon bald einiges ändern. Die bisherige Stellung soll nicht nur länger dauern, sondern auch inhaltlich völlig neu gestaltet werden.
Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) kündigte an, dass aus der bisherigen verpflichtenden Eignungsprüfung eine gemeinsame Grundausbildung werden soll. Neben der medizinischen und körperlichen Untersuchung sollen dabei auch jene erreicht werden, die später als untauglich eingestuft werden.
Kern des Vorhabens ist eine einwöchige "Österreich-Woche". In dieser sollen junge Männer – und Frauen auf freiwilliger Basis – unter anderem demokratische Werte, gesellschaftliche Verantwortung und Krisenvorsorge vermittelt bekommen. Die Regierung fasst diese Inhalte unter dem Begriff "geistige Landesverteidigung" zusammen.
Die Pläne finden sich im Ministerratsvortrag zur Wehrdienstreform. Bei der Präsentation der Regierung wurden sie allerdings nicht eigens vorgestellt, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten"
Derzeit dauert die Stellung an einem der sechs Standorte in Österreich rund eineinhalb bis zwei Tage. Künftig könnte sie eine ganze Woche umfassen.
Wie das organisatorisch umgesetzt werden soll, ist allerdings noch offen. Unklar ist etwa, wo die Stellungspflichtigen untergebracht werden, ob die bestehenden Stellungsstraßen und Kasernen ausreichend Kapazitäten haben und wie das Vorhaben finanziert werden soll.
Das Verteidigungsministerium erklärte, dass die Umsetzung und Finanzierung erst von einer Reformgruppe ausgearbeitet werden müssen. Die geplante Schulung müsse zudem nicht zwingend in Kasernen stattfinden.
Im Zuge der Reform sollen die Stellungsstraßen außerdem evaluiert, digitalisiert und attraktiver gestaltet werden. Auch die Kriterien für die Tauglichkeit sollen weiterentwickelt werden, um künftig wieder mehr junge Menschen als tauglich einstufen zu können. Details dazu gibt es derzeit noch nicht.
Langfristig soll die bisherige Stellungsstraße zudem zu einer sogenannten Gesundheitsstraße weiterentwickelt werden. Dafür müssten laut Verteidigungsministerium jedoch auch andere Ressorts eingebunden werden.
Viel Zeit bleibt für die Ausarbeitung nicht: Bereits Anfang 2027 soll die Wehrdienstreform in Kraft treten.