Zeitumstellung 2026

Eine Stunde mehr Schlaf – doch das Problem bleibt oft

Die Umstellung auf Normalzeit bringt mehr Morgenlicht, doch entscheidend bleibt, wie gut Arbeitszeiten zur inneren Uhr passen.
23.10.2026, 10:01
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Der Wecker klingelt, draußen ist es noch dunkel und du würdest am liebsten einfach liegen bleiben. Während manche Menschen schon vor dem ersten Kaffee voller Energie sind, kommen andere erst Stunden später richtig in Schwung. Trotzdem sollen im Arbeitsalltag oft alle zur selben Zeit funktionieren. Dabei tickt unsere innere Uhr längst nicht bei jedem gleich.

In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Wir bekommen eine Stunde geschenkt und kehren zur Normalzeit zurück. Doch Arbeitsmediziner sehen darin einen Anlass, eine viel grundsätzlichere Frage zu stellen: Warum müssen wir eigentlich alle nach demselben Zeitplan arbeiten?

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Zeitumstellung ist nicht das größte Problem

Eine Stunde vor oder zurück – zweimal im Jahr sorgt die Zeitumstellung für Diskussionen. Dabei kann es unserer Gesundheit viel stärker zusetzen, wenn wir das ganze Jahr über gegen unseren natürlichen Schlafrhythmus leben: "Wir diskutieren zweimal im Jahr über eine Stunde Zeitverschiebung. Dabei leben viele Menschen das ganze Jahr über gegen ihre innere Uhr", erklärt Helmut Stadlbauer, Arbeitsmediziner beim Gesundheitsberatungsunternehmen IBG.

Entscheidend sei nicht nur, wie lange wir schlafen, sondern auch, ob Arbeitsbeginn, Tageslicht und unser persönlicher Rhythmus zusammenpassen.

Lerche oder Eule? Das macht einen Unterschied

Kennst du diese Menschen, die um sechs Uhr morgens schon bestens gelaunt sind? Und jene, die vor neun Uhr kaum ein vernünftiges Wort herausbringen? Dahinter steckt unter anderem der sogenannte Chronotyp. Frühaufsteher, auch "Lerchen" genannt, werden abends früher müde und sind morgens schneller leistungsfähig. "Eulen" schlafen hingegen lieber später ein und laufen erst im Laufe des Tages zur Höchstform auf. Das Problem: Viele Arbeitszeiten orientieren sich an Frühaufstehern.

Wer als ausgeprägter Spättyp täglich sehr früh beginnen muss, schläft dadurch womöglich dauerhaft zu wenig. Fachleute sprechen dann von "sozialem Jetlag" – einem Konflikt zwischen der inneren Uhr und den gesellschaftlichen Verpflichtungen.

Warum Gleitzeit der Gesundheit guttun kann

Hier können flexible Arbeitszeiten einen Unterschied machen: Wer seinen Arbeitsbeginn innerhalb eines gewissen Rahmens selbst wählen darf, kann ihn besser an den eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus anpassen. Das kann ausreichend Schlaf erleichtern und sich positiv auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit auswirken.

Stadlbauer betont deshalb, dass gesunde Arbeitszeiten nicht bedeuten, dass alle Beschäftigten gleichzeitig anfangen und aufhören müssen. Natürlich lässt sich das nicht in jedem Beruf umsetzen. Wo Gleitzeit möglich ist, kann sie aber mehr sein als ein angenehmer Bonus.

Warum die Normalzeit besser zu unserer inneren Uhr passt

Neben dem Schlaf spielt auch Licht eine entscheidende Rolle. Natürliches Tageslicht ist einer der wichtigsten Taktgeber unseres Körpers. Mit der Rückkehr zur Normalzeit wird es morgens wieder früher hell. In den Wintermonaten kann das helfen, den biologischen Rhythmus zu stabilisieren. IBG spricht sich deshalb für eine dauerhafte Normalzeit aus: Bei einer ganzjährigen Sommerzeit müssten viele Menschen im Winter noch länger im Dunkeln aufstehen.

Besonders wer viel im Büro oder Homeoffice sitzt, sollte bewusst Tageslicht tanken – idealerweise schon am Morgen.

So kommst du leichter durch die Umstellung

Die gute Nachricht: Die Umstellung im Herbst fällt den meisten Menschen leichter als jene im Frühjahr. Trotzdem braucht der Körper manchmal einige Tage, um sich anzupassen. Hilfreich ist es, die gewohnte Schlafdauer beizubehalten und die zusätzliche Stunde nicht gleich durch längeres Aufbleiben zu verbrauchen.

red, 23.10.2026, 10:01