Endlich gelandet, der Urlaub kann beginnen – doch während draußen bereits die Sonne scheint, verlangt dein Körper hartnäckig nach dem Bett. Nachts folgt dann das Gegenteil: Du liegst hellwach im Hotelzimmer und fragst dich, warum dein Körper plötzlich jede Vorstellung von Tageszeit verloren hat.
Jetlag kann die ersten Tage einer Fernreise ordentlich durcheinanderbringen. Eine aktuelle Auswertung von Booking.com zeigt nun, auf welchen Langstrecken dein Körper besonders lange mit der Zeitumstellung kämpfen könnte.
Den unrühmlichen ersten Platz belegt Singapur–New York. Die untersuchte Verbindung bringt es auf eine Flugzeit von 18 Stunden und 25 Minuten und einen effektiven Zeitzonenwechsel von elf Stunden. Das verwendete Modell kommt deshalb auf eine geschätzte Anpassungszeit von bis zu elf Tagen. Damit erreicht die Strecke einen Jetlag-Schweregrad von 9,86 von zehn möglichen Punkten.
Direkt dahinter folgen Hongkong–Boston und Hongkong–New York. Auch hier werden jeweils elf Stunden Zeitverschiebung und entsprechend bis zu elf Tage zur Anpassung angesetzt.
Dabei ist nicht allein entscheidend, wie viele Stunden du im Flugzeug verbringst. Auch die Flugrichtung spielt für deine innere Uhr eine wichtige Rolle.
Jetlag entsteht, wenn deine innere Uhr plötzlich nicht mehr mit der Tageszeit am Reiseziel zusammenpasst. Schlaf, Wachphasen und andere körperliche Rhythmen laufen zunächst weiter nach dem gewohnten Takt. Bei Reisen nach Osten muss die innere Uhr normalerweise nach vorn verschoben werden – der Tag wird für den Körper gewissermaßen kürzer. Das fällt vielen Menschen schwerer als eine Reise nach Westen, bei der der Tag verlängert wird.
Diesen Unterschied berücksichtigt auch das Modell der Auswertung: Muss die innere Uhr nach vorn verschoben werden, wird pro Stunde Zeitverschiebung ungefähr ein Tag Anpassungszeit angesetzt. In die andere Richtung rechnet das Modell mit etwa einem halben Tag.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Reisende tatsächlich exakt zehn oder elf Tage unter Jetlag leidet. Wie schnell sich der Körper umstellt, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.
Wer einen Langstreckenflug plant, könnte deshalb neben Preis, Zwischenstopps und Flugdauer auch einen Blick auf die Ankunftszeit werfen. Die Analyse nennt für Reisen, bei denen die innere Uhr nach vorn gestellt werden muss, eine Ankunft zwischen 12 und 16 Uhr als besonders günstig. Wird sie nach hinten verschoben, gilt demnach ein Zeitfenster zwischen 10 und 14 Uhr als vorteilhaft.
Hintergrund ist vor allem das Tageslicht. Es gehört zu den wichtigsten Taktgebern unserer inneren Uhr und kann dem Körper dabei helfen, sich auf die neue Ortszeit einzustellen.