Kein Platz für kleinen Hunger

9 Euro waren zu wenig – Wirtin wirft Touristinnen raus

Kleine Bestellung, großer Ärger: Zwei polnische Touristinnen wollten auf Sardinien nur etwas trinken und teilen. Der Wirtin war das zu wenig.
Heute Life
01.09.2026, 22:00
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Ein lauer Sommerabend auf Sardinien, zwei Spritz und eine kleine Vorspeise zum Teilen: Was für zwei Urlauberinnen nach einem gemütlichen Zwischenstopp klang, endete überraschend schnell. Denn der Wirtin war die Bestellung schlicht zu wenig – sie bat die beiden Frauen, ihr Restaurant wieder zu verlassen.

Der ungewöhnliche Vorfall ereignete sich im Restaurant "L'Oca Bianca" in Cagliari und sorgt nun weit über die italienische Ferieninsel hinaus für Gesprächsstoff. Dahinter steckt offenbar mehr als nur der Ärger über eine einzelne Bestellung.

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Zwei Spritz & eine Vorspeise waren zu wenig

Die beiden polnischen Touristinnen wollten jeweils einen Spritz trinken und dazu gemeinsam eine Vorspeise für neun Euro bestellen. Restaurantchefin Pamela Solinas entschied daraufhin, den Tisch nicht für diese Bestellung zur Verfügung zu stellen und bat die Frauen zu gehen. Ihre Begründung gegenüber der Regionalzeitung "La Nuova Sardegna": Ihr Betrieb sei ein Restaurant und keine Bar – und müsse entsprechend auch die Kosten eines Restaurants tragen.

Was zunächst nach einem kuriosen Urlaubs-Streit klingt, ist für die Gastronomin allerdings nur ein besonders drastisches Beispiel für eine Entwicklung, die sie diesen Sommer immer häufiger beobachtet hat.

Vier Gäste teilen sich zwei Pizzen

Solinas zufolge bestellen ihre Gäste deutlich sparsamer als früher. So komme es mittlerweile vor, dass vier Personen gemeinsam zwei Pizzen und einen Salat bestellen. Manchmal bleibe es sogar bei einer Pizza und einer Flasche Wasser für den ganzen Tisch. Auch die langen italienischen Abendessen würden seltener. Statt Vorspeise, Hauptgericht, Wein und Dessert heißt es zunehmend: hinsetzen, schnell etwas essen, bezahlen und weiterziehen.

Besonders deutlich bemerkt die Gastronomin die Zurückhaltung beim Wein. Flaschen würden wesentlich seltener bestellt. Dabei seien zumindest in ihrem Lokal nicht massive Preiserhöhungen der Grund: Laut Solinas blieben ihre Preise gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Sardiniens Wirte klagen über Spar-Touristen

Mit dieser Beobachtung steht die Restaurantchefin offenbar nicht alleine da. Der Regionalverband Confesercenti hat nach eigenen Angaben Hunderte Betriebe zu ihren Erfahrungen in diesem Sommer befragt.

Das Ergebnis: In der Gastronomie und anderen stark vom Tourismus abhängigen Dienstleistungen sei der Konsum gegenüber der vergangenen Saison um rund 20 bis 25 Prozent zurückgegangen. In einzelnen Regionen würden Betriebe sogar Rückgänge von bis zu 40 Prozent melden.

Das Kuriose daran: An Urlaubern mangelt es auf Sardinien nicht unbedingt. Die Insel steuert bei Übernachtungen und Buchungen auf eine starke Saison zu. Volle Strände und gut gebuchte Unterkünfte bedeuten für Restaurants also längst nicht automatisch volle Kassen.

Urlauber schauen stärker aufs Geld

Offenbar verändert sich vielmehr, wofür Touristen ihr Urlaubsbudget ausgeben. Branchenvertreter berichten von preisbewussteren Gästen, die ihre Ausgaben genauer im Blick behalten. Gerade bei Familien und größeren Gruppen werde häufiger geteilt oder auf zusätzliche Gänge verzichtet.

Dazu kommt ein Trend, den Ferienwohnungsbesitzer längst kennen: Wer eine eigene Küche hat, muss nicht jeden Abend ins Restaurant. Supermarkt, Take-away oder ein schnelles Essen in der Unterkunft können die Urlaubskasse deutlich weniger belasten.

Volle Insel, aber kleinere Rechnungen

Viele Touristen sind da – doch manche Gastronomen haben das Gefühl, dass immer weniger Geld am Tisch bleibt. Für Pamela Solinas war bei zwei Spritz und einer geteilten Neun-Euro-Vorspeise jedenfalls die Grenze erreicht. Ihre Konsequenz fiel deutlich aus: Wer in ihrem Restaurant nur einen kleinen Aperitif-Stopp einlegen möchte, muss sich dafür offenbar einen anderen Tisch suchen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.09.2026, 22:00
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