Mit 6.417 Erstanträgen von Jänner bis November 2025 gab es so wenige Asylanträge wie seit Jahren nicht mehr. Das zeigt die neueste Asylstatistik aus dem Innenministerium. Im November wurden 1.012 Asylanträge eingebracht. Das ist der niedrigste Monatswert seit mehreren Jahren – "Heute" berichtete.
Von Jänner bis November 2025 fanden 12.883 Abschiebungen statt. Davon erfolgten 6.716 (52 Prozent) eigenständig, 6.167 (48 Prozent) zwangsweise. Knapp 50 Prozent der außer Landes gebrachten Personen sind strafrechtlich verurteilt. So wurden beispielsweise bis Ende November insgesamt 888 Dublin-Überstellungen durchgeführt, davon 108 Afghanen, 105 Algerier und 82 Marokkaner.
Bis Ende November wurden 28.795 Verfahren negativ beschieden oder eingestellt. 1.594 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während des Verfahrens. In 9.987 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.
Einer der Gründe für den Rückgang der Asylzahlen ist der vorübergehende Stopp des Familiennachzugs: Erfolgten im Familiennachzug im November 2023 noch 1.146 Einreisen, waren es im November 2024 nur mehr 241, im November 2025 erfolgte lediglich eine tatsächliche Einreise. Österreich benötigt eine weitere Konsolidierungsphase, um die Systeme vor allem im Bildungs-, Integrations- oder Sozialbereich vor Überlastung zu schützen. Daher wird der Familiennachzug durch Verordnung mit Anfang Jänner 2026 für weitere sechs Monate ausgesetzt.
"Der Stopp des Familiennachzugs für Asylberechtigte war eine ganz konkrete Maßnahme dieser Bundesregierung, um die Zahl der Asylanträge nachhaltig zu senken", sagt Innenminister Gerhard Karner. "Eine harte, aber gerechte und notwendige Maßnahme, um die Systeme zu entlasten."