Ein Ehepaar und seine Kollegin haben Medizingeschichte geschrieben: Jean Bennett, Albert Maguire und Katherine High erhielten den mit drei Millionen Dollar dotierten Breakthrough Prize 2026 für Biowissenschaften. Der Grund: Sie haben das weltweit erste zugelassene Medikament entwickelt, das ein defektes Gen ersetzt und Blinde wieder sehen lässt.
Die drei Forscher entwickelten eine Therapie gegen die seltene Erbkrankheit Lebersche kongenitale Amaurose. Diese Erkrankung führt dazu, dass Betroffene im Laufe ihres Lebens erblinden. Ausgelöst wird sie durch einen Defekt des Gens RPE65.
Bei der Behandlung wird ein Medikament mit einer funktionierenden Version dieses Gens direkt in die Netzhaut gespritzt. Das Ergebnis: Erblindete können ihr Sehvermögen zurückbekommen. Seit 2017 ist die Arznei mit dem Markennamen Luxturna in den USA zugelassen – als weltweit erste Gentherapie im lebenden Körper.
In den USA kostet eine Behandlung mit zwei Spritzen 850.000 Dollar. Seit 2018 ist die Therapie auch in der EU erhältlich. In Deutschland werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Preisträgerin Bennett sprach laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" von einer "ungemein aufregenden Zeit" für die medizinische Forschung. Zugleich warnte sie bei der Preisverleihung in Los Angeles, die Angriffe der derzeitigen US-Regierung auf die Wissenschaft könnten "über Generationen hinweg Schaden anrichten".
Der Breakthrough Prize wird seit 2012 verliehen. Die Initiative wurde von Techmilliardären wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Google-Mitgründer Sergey Brin ins Leben gerufen, um Forscher für ihren Beitrag zum menschlichen Fortschritt zu Stars zu machen.