Der Griff zum Wasserkocher gehört für viele zum Alltag wie das Zähneputzen am Morgen. Schnell noch eine Tasse Tee – Knopf drücken, fertig. Doch eine scheinbar banale Frage sorgt immer wieder für Diskussionen: Soll man kaltes oder warmes Wasser einfüllen?
Was wie eine Kleinigkeit wirkt, kann tatsächlich Auswirkungen auf Energieverbrauch, Kosten – und sogar die Gesundheit haben.
Wer Strom sparen will, denkt oft an große Geräte – dabei steckt auch im Wasserkocher Potenzial. Grundsätzlich gilt: Moderne Wasserkocher sind darauf ausgelegt, kaltes Wasser effizient und direkt zu erhitzen.
Warmwasser aus der Leitung klingt zwar nach einer Abkürzung, ist aber meist keine gute Idee: Auf dem Weg durch die Rohre verliert es bereits Wärme – Energie, die zuvor aufgewendet wurde, verpufft also ungenutzt. In den meisten Haushalten ist es daher tatsächlich sparsamer, kaltes Wasser zu verwenden.
Noch entscheidender als die Ausgangstemperatur ist die Menge: Viele machen den Fehler, den Wasserkocher einfach "auf gut Glück" zu füllen. Jeder zusätzliche Tropfen kostet aber Energie. Wer nur die wirklich benötigte Menge erhitzt, nutzt den größten Vorteil des Geräts.
Ein weiterer Punkt: Kalk. Ablagerungen im Gerät wirken wie eine Isolierschicht und verschlechtern die Leistung. Regelmäßiges Entkalken spart daher nicht nur Strom, sondern verlängert auch die Lebensdauer.
Es gibt Fälle, in denen warmes Wasser tatsächlich die bessere Wahl sein kann: Wer etwa eine Solarthermie-Anlage nutzt, bekommt bereits vorgewärmtes Wasser nahezu ohne zusätzlichen Energieaufwand. In solchen Haushalten kann es effizienter sein, dieses Wasser auch im Wasserkocher zu verwenden.
Auch wenn sich noch warmes Wasser in der Leitung befindet – etwa direkt nach dem Händewaschen – kann es sinnvoll sein, dieses zu nutzen, statt es ungenutzt ablaufen zu lassen.
Warmes Leitungswasser hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Es bleibt länger in den Rohren stehen und ist dadurch anfälliger für Verunreinigungen.
Metalle wie Kupfer oder Blei können sich leichter lösen und ins Wasser gelangen. Zudem fühlen sich Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad besonders wohl. Zwar werden Keime beim Kochen weitgehend abgetötet – mögliche Schadstoffe bleiben jedoch bestehen. Kaltes Wasser gilt daher als die sicherere Wahl, wenn es um die Zubereitung von Speisen und Getränken geht.
Viele lassen das Wasser erst laufen, bis es warm wird, doch genau das kann zur Falle werden: Dabei wird oft unnötig viel Wasser verschwendet. Anders sieht es aus, wenn dieses länger in den Leitungen gestanden hat. Dann empfiehlt es sich, es kurz (etwa 30 Sekunden) ablaufen zu lassen, bevor man es verwendet. Dieses sogenannte "Stagnationswasser" sollte nicht getrunken werden.