Der Herbst ist da, doch auf vielen österreichischen Balkonen und in Gärten hängen noch zahlreiche grüne Tomaten. Für den Kompost sind die Früchte aber viel zu schade: Mit den richtigen Tricks können sie auch nach der Ernte noch nachreifen.
Tomaten brauchen zum Reifen vor allem eines: Wärme. Ideal sind Temperaturen zwischen 18 und 30 Grad. Ob es dabei hell oder dunkel ist, spielt hingegen keine entscheidende Rolle.
Die geernteten Früchte lassen sich etwa auf einem Backblech oder in einer Obstkiste auslegen. Tomaten, die bereits leicht rötlich sind, können auch bei etwa 12 bis 15 Grad nachreifen. Ein warmer Platz auf der Fensterbank kann dafür ebenfalls geeignet sein.
Komplett grüne Tomaten brauchen meist etwas mehr Unterstützung. Gesunde und unbeschädigte Früchte können einzeln in Zeitungspapier gewickelt oder in eine Papiertüte gelegt werden.
An einem warmen, trockenen Ort beginnt dann der Reifeprozess. Nach etwa zwei bis drei Wochen sollten sich die grünen Früchte deutlich verfärbt haben und rot werden.
Ein kleiner Obst-Trick kann helfen: Ein Apfel neben den eingepackten Tomaten kann den Prozess beschleunigen. Der Grund ist Ethylen – ein Reifegas, das unter anderem von Äpfeln abgegeben wird.
Wer besonders viele unreife Tomaten am Strauch hat, kann noch einen anderen Weg versuchen. Die gesamte Pflanze wird vorsichtig ausgegraben oder knapp über dem Boden abgeschnitten. Anschließend Blätter entfernen und den Strauch kopfüber an einem warmen, trockenen Ort aufhängen. So können die verbliebenen Früchte nach und nach weiterreifen.
Sind die Tomaten schließlich rot und reif, sollten sie luftig, trocken und möglichst dunkel gelagert werden. So halten sie sich ungefähr eine Woche.
Wichtig: Reife Tomaten geben selbst Ethylen ab. Deshalb sollten sie besser nicht direkt neben empfindlichem Gemüse wie Gurken, Karotten, Paprika oder Kürbis liegen. Das kann dessen Reifeprozess beschleunigen.
Ganz wichtig ist allerdings: Unreife grüne Tomaten sollten nicht in größeren Mengen gegessen werden. Sie enthalten Solanin, einen Stoff, der bei entsprechender Aufnahme Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Mögliche Symptome sind unter anderem Kopfschmerzen, Halskratzen, Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden.
Mit zunehmender Reife sinkt der Solaningehalt stark. Bei normalen roten Tomaten ist er praktisch nicht mehr relevant – den grünen Stielansatz sollte man dennoch entfernen. Eine Ausnahme bilden spezielle Sorten, die auch im reifen Zustand grün bleiben. Auch bei ihnen nimmt der Solaningehalt während der Reifung ab.