Du wachst am Sonntagmorgen auf, greifst verschlafen zum Handy und stellst plötzlich fest: Irgendetwas ist anders. War es gestern um diese Uhrzeit nicht schon heller? Und überhaupt – haben wir jetzt eine Stunde gewonnen oder verloren? Zweimal im Jahr spielen wir dasselbe kleine Uhrzeiten-Ratespiel.
Auch jetzt ist es wieder so weit: Bei uns endet die Sommerzeit am Sonntag. In der Nacht wird die Uhr um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Das bedeutet für Langschläfer die wohl schönste Nachricht der Zeitumstellung: Die Nacht ist eine Stunde länger.
Doch wie war das noch einmal: vor oder zurück? Eine der einfachsten Eselsbrücken funktioniert mit Gartenmöbeln: Im Frühling kommen die Gartenmöbel VOR das Haus, im Herbst kommen sie ZURÜCK ins Haus. Genauso läuft es mit der Uhr. Im Frühjahr wird sie vorgestellt, im Herbst zurückgestellt: Am 25. Oktober wandert der Zeiger also von 3 Uhr zurück auf 2 Uhr.
Wer keinen Garten hat, kann sich stattdessen an einen noch kürzeren Satz halten: "Im Winter hinter." Oder man denkt an die englische Variante "Spring forward, fall back" – im Frühling vor, im Herbst zurück.
Wer mit Sprüchen wenig anfangen kann, merkt sich einfach drei Zahlen: 2-3-2. Im Frühjahr springt die Uhr von 2 auf 3 Uhr. Im Herbst läuft das Ganze in die andere Richtung: Von 3 geht es wieder zurück auf 2 Uhr.
Die gute Nachricht: Bei Smartphone, Computer und vielen Funkuhren musst du in der Regel gar nichts machen. Aufmerksamkeit brauchen eher analoge Wanduhren, manche Backöfen, Mikrowellen oder ältere Geräte. Sonst beginnt der Sonntag schnell mit einer kleinen Zeitreise.
Dass wir überhaupt noch an der Uhr drehen, dürfte manchen überraschen. Schließlich hatte sich das EU-Parlament bereits 2019 dafür ausgesprochen, die saisonale Zeitumstellung abzuschaffen. Daraus wurde bislang jedoch keine endgültige Umstellung auf eine einheitliche Regelung.
Und wer gehofft hat, 2026 könnte das letzte Jahr mit diesem Ritual sein, muss sich ebenfalls gedulden: Die EU-Kommission hat im März 2026 bereits die Termine für die Sommerzeit von 2027 bis 2031 veröffentlicht. Auch in diesen Jahren ist weiterhin jeweils eine Umstellung im März und Oktober vorgesehen.