Du kommst vom Einkaufen nach Hause, räumst Milch, Gemüse und Brot weg – und ganz unten im Sackerl liegt er noch: der Kassenzettel. Schnell zusammengeknüllt und ab zum Altpapier? Klingt logisch. Schließlich fühlt sich der Beleg nach Papier an – doch genau damit landet er häufig in der falschen Tonne.
Der Grund versteckt sich ausgerechnet in dem Papier, auf dem Preis, Datum und Gesamtsumme stehen. Bei vielen Kassen kommt Thermopapier zum Einsatz. Anders als gewöhnliches Druckerpapier benötigt es keine klassische Druckerpatrone: Das Papier besitzt eine Beschichtung, die auf Wärme reagiert und dadurch die Schrift sichtbar macht.
Diese Beschichtung wird beim Recycling zum Problem: Die Wiener Abfallberatung erklärt, dass Thermopapier Chemikalien enthält, die für den Recyclingprozess ungeeignet sind. Würde es gemeinsam mit Zeitungen, Kartons und Schreibpapier gesammelt, könnten unerwünschte Stoffe in Recyclingprodukte gelangen.
Hier wird die Sache etwas kniffliger. Nicht jeder Zettel, der an einer Kassa ausgegeben wird, muss zwangsläufig aus Thermopapier bestehen. Ein normaler Beleg aus herkömmlichem, unbeschichtetem Papier kann grundsätzlich zum Altpapier – dort sind etwa Schreibpapier, Kuverts, Zeitungen und andere geeignete Papierprodukte richtig aufgehoben.
Der Kassabon ist übrigens nicht der einzige kleine Müll-Irrtum: Auch Küchenrolle, Taschentücher und Papierhandtücher gehören laut Stadt Wien nicht ins Altpapier. Dasselbe gilt für stark verschmutztes Papier sowie Durchschlag- und Thermopapier. Bei sauberem Papier und Karton sieht es dagegen anders aus: Zeitungen, Prospekte, Schreibpapier, Hefte oder unbeschichtete Kartonagen dürfen gesammelt und wiederverwertet werden.