Fatal verwechselt

Dieser Schwammerl-Irrtum kann im Krankenhaus enden

Gesammelt, geputzt, ab in die Pfanne – doch war wirklich jedes Schwammerl essbar? Eine Verwechslung kann böse enden. Worauf du achten musst.
Heute Life
21.09.2026, 17:42
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Das Körberl ist voll, die Vorfreude aufs Schwammerlgulasch groß – doch zwischen den essbaren Fundstücken kann sich ein gefährlicher Doppelgänger verstecken. Gerade jetzt, wenn wieder mehr Menschen durch die Wälder ziehen, ist beim Schwammerlsuchen deshalb ein besonders genauer Blick gefragt – denn manche giftigen Arten sehen beliebten Speisepilzen zum Verwechseln ähnlich.

Dieser Doppelgänger ist besonders gefährlich

Der Grüne Knollenblätterpilz zählt zu den gefährlichsten Giftpilzen Europas. Sein Hut kann grünlich, gelbgrün oder beinahe weiß erscheinen. Die Lamellen auf der Unterseite sind weiß, am Stiel befindet sich ein Ring und an der Basis eine knollenartige Verdickung mit einer sackartigen Hülle. Diese Basis kann allerdings im Boden stecken und beim Pflücken übersehen werden: Vor allem junge oder sehr helle Exemplare können deshalb für unerfahrene Sammler täuschend harmlos wirken.

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Eine Verwechslung mit Champignons kann besonders gefährlich werden. Ein Anhaltspunkt sind die Lamellen: Während sie bei Champignons zunächst rosa und später bräunlich werden, bleiben jene des Grünen Knollenblätterpilzes weiß. Ein einzelnes Merkmal reicht für eine sichere Bestimmung jedoch niemals aus.

Auch diese Schwammerl haben Doppelgänger

Nicht nur beim Champignon lauert Verwechslungsgefahr. Der essbare Perlpilz kann beispielsweise dem giftigen Pantherpilz ähneln. Unterschiede gibt es unter anderem an Hutrand und Manschette – für ungeübte Augen können diese Details allerdings schwierig zu beurteilen sein. Auch unsere beliebten Eierschwammerl haben einen Doppelgänger: Der Falsche Pfifferling gilt zwar nicht als vergleichbar gefährlich, kann in größeren Mengen aber Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Beim Steinpilz sorgt wiederum der Gemeine Gallenröhrling für Verwechslungen. Er gilt nicht als klassischer Giftpilz, ist aber derart bitter, dass bereits ein Exemplar ein ganzes Gericht verderben kann.

Apps allein reichen nicht aus

Ein Foto machen, App öffnen und ab in die Pfanne? Darauf solltest du dich bei selbst gesammelten Schwammerln nicht verlassen. Bilder, Apps und Pilzbücher können bei der Orientierung helfen, ersetzen aber keine fachkundige Bestimmung. Für Anfänger gilt deshalb: zunächst nur wenige, gut bekannte Arten sammeln. Bleiben Zweifel, kommt das Schwammerl nicht ins Körberl beziehungsweise keinesfalls auf den Teller. Eine Pilzberatungsstelle kann bei der Bestimmung helfen.

Auch angefressene Stellen sind übrigens kein Freibrief: Dass Schnecken oder andere Tiere einen Pilz fressen, bedeutet nicht, dass er auch für Menschen ungefährlich ist.

Vergiftung zeigt sich oft erst Stunden später

Besonders tückisch ist, dass sich eine schwere Pilzvergiftung nicht zwingend sofort bemerkbar macht. Beim Grünen Knollenblätterpilz können mehrere Stunden vergehen, bevor Übelkeit, heftiges Erbrechen, wässriger Durchfall und Bauchschmerzen auftreten. Nach einer zwischenzeitlichen Besserung können schwere Leber- und Nierenschäden folgen.

Das solltest du im Notfall tun

Wer nach einer Schwammerl-Mahlzeit Beschwerden entwickelt oder eine Vergiftung vermutet, sollte umgehend medizinischen Rat einholen. In Österreich ist die Vergiftungsinformationszentrale rund um die Uhr unter 01 406 43 43 erreichbar. Bei schweren Symptomen oder einem medizinischen Notfall gilt 144 beziehungsweise 112.

Reste der Schwammerl, der Mahlzeit oder gegebenenfalls Erbrochenes sollten aufbewahrt werden – sie können Ärzten helfen, den Auslöser zu bestimmen. Von Experimenten mit Hausmitteln oder selbst ausgelöstem Erbrechen ist hingegen abzuraten.

red,21.09.2026, 17:42
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