Fermentierte Drinks

Brottrunk – wie gesund ist das Trendgetränk wirklich?

Säuerlich, gewöhnungsbedürftig & angeblich richtig gut für den Darm: Brottrunk wird derzeit als Gesundheitsdrink gefeiert. Was es wirklich kann.
Heute Life
18.09.2026, 12:29
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Es sieht unscheinbar aus, riecht säuerlich und schmeckt für manche beim ersten Schluck ziemlich gewöhnungsbedürftig. Trotzdem landet Brottrunk derzeit wieder häufiger im Glas. Vor allem in sozialen Netzwerken wird das fermentierte Getränk als Geheimtipp für einen gesunden Darm gefeiert.

Die Versprechen reichen von einer besseren Verdauung bis hin zu schönerer Haut und einem stärkeren Immunsystem. Doch kann ein Getränk aus Brot und Wasser tatsächlich so viel bewirken?

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Was ist Brottrunk überhaupt?

Vereinfacht gesagt wird Brottrunk aus Vollkornbrot beziehungsweise Getreide, Wasser und Milchsäurebakterien durch Fermentation hergestellt. Dabei entstehen unter anderem organische Säuren und weitere Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen. Das Ergebnis ist ein säuerliches Getränk mit einem charakteristischen, leicht brotigen Geschmack. Gerade die Fermentation ist auch der Grund, warum Brottrunk immer wieder mit Darmgesundheit in Verbindung gebracht wird.

Denn fermentierte Lebensmittel stehen schon länger im Fokus der Forschung. Produkte wie Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder Kimchi können, abhängig vom jeweiligen Lebensmittel und seiner Herstellung, lebende Mikroorganismen oder Fermentationsprodukte liefern.

Macht Brottrunk den Darm gesünder?

Zwar wird Brottrunk häufig als eine Art natürliches Probiotikum beworben, doch daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass er die Darmflora eines Menschen messbar verbessert. Für Brottrunk selbst ist die wissenschaftliche Datenlage bislang dünn. Es fehlen vor allem größere, unabhängige und aussagekräftige Untersuchungen, mit denen sich viele der verbreiteten Gesundheitsversprechen zuverlässig bestätigen ließen.

Besser untersucht sind fermentierte Lebensmittel insgesamt. Eine abwechslungsreiche Ernährung, die solche Lebensmittel einschließt, kann durchaus Teil einer darmfreundlichen Ernährungsweise sein. Daraus lässt sich aber kein Wundereffekt eines einzelnen Getränks ableiten.

Vorsicht bei Gesundheitsversprechen

Besonders skeptisch sollte man bei Behauptungen werden, Brottrunk könne den Körper "entgiften", Hautprobleme beseitigen oder das Immunsystem gezielt stärken. Für derart konkrete Wirkungen fehlen belastbare Belege. Unser Körper besitzt mit Leber und Nieren ohnehin eigene Systeme, über die Stoffwechsel- und Abbauprodukte verarbeitet und ausgeschieden werden.

Auch wer Verdauungsprobleme hat, sollte nicht erwarten, dass ein tägliches Glas Brottrunk automatisch die Ursache behebt. Wiederkehrende oder starke Beschwerden gehören medizinisch abgeklärt.

Nicht jeder Magen freut sich darüber

Nur weil ein Produkt fermentiert ist, muss es zudem nicht jeder gleich gut vertragen. Gerade größere Mengen eines ungewohnten, säurehaltigen Getränks können bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Wer Brottrunk ausprobieren möchte, kann deshalb zunächst mit einer kleinen Menge testen, wie der eigene Körper darauf reagiert. Eine allgemeingültige medizinische "Idealmenge" lässt sich aus der bisherigen Forschung allerdings nicht ableiten. Bei bestehenden Erkrankungen des Verdauungstrakts oder Unsicherheit über die Verträglichkeit ist eine Rücksprache mit Arzt oder Ernährungsfachkraft sinnvoll.

red,18.09.2026, 12:29