Tierisches Wissen

Hier findest du die schönsten Martini-Gansln

Wenn Wildgänse über Österreichs Himmel ziehen, beginnt ein faszinierendes Naturschauspiel. Doch für den Martini-braten werden diese Tiere auch bejagt.
04.11.2026, 09:30
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Wenn ihr lautes Geschnatter durch die kalte Herbstluft hallt und sich riesige Vogelschwärme in charakteristischer V-Formation über den Himmel bewegen, ist klar: Die Wildgänse sind unterwegs! Besonders rund um den Neusiedler See und den Seewinkel versammeln sich im Herbst und Winter zahlreiche Tiere. Manche bleiben bis zum Frühjahr, andere ziehen weiter in den Süden. Der Naturschutzbund Österreich erinnert nun daran, wie wichtig die gefiederten Reisenden für unsere Natur sind.

Treue Partner mit Familiensinn

Zu den bekanntesten Wintergästen gehören die Graugans und die Blässgans. Während Erstere rund um den Neusiedler See auch brütet, kommen andere Arten teils aus weit entfernten Regionen Europas und Asiens. Mit etwas Glück lassen sich sogar seltene Gäste wie die Zwerggans oder die Kurzschnabelgans entdecken.

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Besonders faszinierend ist das Sozialleben der Wildgänse. Viele Arten gehen langfristige, häufig lebenslange Paarbindungen ein und pflegen einen ausgeprägten Familienzusammenhalt. Schon der berühmte Verhaltensforscher Konrad Lorenz beschäftigte sich intensiv mit ihrem Sozialverhalten.

Die Blässgans ist richtig hübsch, oder?
©Hans Glader

Doch Wildgänse sind nicht nur treue Familienvögel, sondern auch wichtige Landschaftsgestalter. Als Pflanzenfresser halten sie bestimmte Wiesen kurz, verbreiten Pflanzensamen und tragen zur Erhaltung wertvoller Feuchtgebiete bei.

Rund 1.700 Wildgänse abgeschossen

Während die einen begeistert zum Fernglas greifen, denken andere bereits an den traditionellen Gänsebraten zu Martini am 11. November. Tatsächlich werden Wildgänse in Österreich auch bejagt. Laut den in der Aussendung angeführten Zahlen der Statistik Austria wurden im Jagdjahr 2025/2026 rund 1.700 Wildgänse erlegt – ein Anstieg von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Wildgänse sind Teil unserer heimischen Artenvielfalt und erfüllen essenzielle ökologische Funktionen“
Carolina Trcka-Rojas Naturschutzexpertin

Hier kannst du die gefiederten Riesen erleben

Wer die beeindruckenden Schwärme selbst beobachten möchte, hat zwischen Oktober und Februar besonders gute Chancen. Neben dem Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel zählen die Donau-March-Auen, das Rheindelta am Bodensee, die Unteren Innstauseen und das Weidmoos in Salzburg zu den besten Beobachtungsgebieten.

Wer seine Beobachtungen fotografisch festhält, kann sie außerdem auf www.naturbeobachtung.at melden und damit die wissenschaftliche Erfassung unserer Vogelwelt unterstützen.

Besonders lohnend sind die frühen Morgenstunden und die Abenddämmerung, wenn die Gänse zwischen ihren Schlafplätzen und Futterflächen wechseln. Wichtig dabei: ausreichend Abstand halten und die Tiere keinesfalls aufscheuchen.

Denn manchmal ist das schönste Gansl zu Martini eben jenes, das mit lautem Geschnatter über unsere Köpfe hinwegfliegt.

red, 04.11.2026, 09:30