Angesichts der angespannten Lage am Energiemarkt reagiert Österreich nun mit konkreten Maßnahmen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hat daher für Montag eine Tagung des Energielenkungsbeirat einberufen.
"Für mich gilt in dieser Situation ein klarer Grundsatz: Versorgungssicherheit hat oberste Priorität. Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten und vor dem Hintergrund der Angriffe in den letzten Tagen müssen wir sicherstellen, dass Haushalte und Unternehmen ausreichend mit Energie versorgt sind", so Hattmannsdorfer
Konkret beteiligt sich Österreich gemeinsam mit internationalen Partnern an der Freigabe strategischer Ölreserven. "Österreich beteiligt sich daher mit den internationalen Partnern an der Freigabe der Ölreserven im Ausmaß von etwa 20 Tagen der Versorgungsmenge von der Straße von Hormus." Hintergrund ist die angespannte Lage rund um wichtige Transportwege für Energie.
Die Maßnahme erfolgt im Rahmen einer internationalen Abstimmung unter der Internationalen Energieagentur (IEA). Österreich unterstützt diese "Collective Action" und wird rund 325.000 Tonnen Rohöl freigeben. Das entspricht etwa 12 Prozent der Pflichtnotstandsreserve.
Die konkrete Umsetzung wird nun im Energielenkungsbeirat abgestimmt. Dort beraten Experten sowie Institutionen wie E-Control, AGGM oder die Erdöl-Lagergesellschaft über die aktuelle Lage bei Strom, Gas und Öl sowie über weitere Schritte zur Stabilisierung.
"Die Lage bleibt weiterhin hoch volatil. Gerade deshalb braucht es eine enge Abstimmung mit unseren Partnerinnen und Partnern, einen laufenden Informationsaustausch und ein gemeinsames, abgestimmtes Handeln", erklärt der Wirtschaftsminister.
Österreich sieht sich für solche Krisen grundsätzlich gut gerüstet: Die strategischen Reserven reichen aktuell für rund 90 Tage der Nettoimporte. Insgesamt umfasst die Pflichtnotstandsreserve etwa 2,46 Millionen Tonnen Erdöl und Erdölprodukte – darunter sowohl Rohöl als auch fertige Produkte wie Benzin, Diesel und Heizöl.
Mit der Freigabe eines Teils dieser Reserven soll nun zur Stabilisierung der internationalen Märkte beigetragen und die Versorgungssicherheit weiter gewährleistet werden.