Giftige Blümchen

Für Muttertagsstrauß – darfst du Maiglöckchen pflücken?

Zum Muttertag pflücken viele Maiglöckchen im Wald – erlaubt ist das aber nicht immer. Worauf du achten musst.
Heute Life
09.05.2026, 22:29
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Der Wald riecht nach Frühling, zwischen den Bäumen blitzen kleine weiße Blüten hervor und vielerorts beginnt jetzt wieder die Suche nach den ersten Maiglöckchen. Gerade rund um den Muttertag greifen viele lieber selbst zum Blumenstrauß aus der Natur statt zu teuren Rosen aus dem Geschäft. Doch beim Pflücken der beliebten Frühlingsblumen gelten in Österreich klare Regeln – und die kennen längst nicht alle.

Maiglöckchen stehen unter Schutz

Maiglöckchen zählen in Österreich zu den geschützten Pflanzenarten. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass man sie gar nicht pflücken darf. Entscheidend ist die sogenannte "Handstraußregel": Sie erlaubt es, kleine Mengen wild wachsender Blumen für den privaten Eigenbedarf zu sammeln – also etwa einen kleinen Strauß für zuhause oder zum Verschenken.

Wichtig ist allerdings: Das gilt nur außerhalb von streng geschützten Natur- oder Landschaftsschutzgebieten.

Was beim Pflücken verboten ist

Während einzelne Blüten oder Stängel in kleinen Mengen erlaubt sein können, ist eines streng untersagt: das Ausgraben der Pflanze samt Wurzeln (Rhizomen). Denn genau dadurch wird der Bestand langfristig geschädigt. Experten raten außerdem dazu, generell vorsichtig und sparsam zu pflücken. Maiglöckchen sind nämlich nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch wichtig für Insekten und Bienen.

Vorsicht: Die Blume ist hochgiftig

Was viele unterschätzen: Maiglöckchen gehören zu den giftigsten heimischen Pflanzen. Sämtliche Pflanzenteile enthalten starke Giftstoffe. Schon kleine Mengen können Übelkeit, Herzrhythmusstörungen oder Kreislaufprobleme auslösen. Besonders gefährlich wird es für Kinder oder Haustiere. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu schweren Vergiftungen kommen.

Deshalb gilt: Nach dem Pflücken unbedingt gründlich Hände waschen – und die Blumen niemals essen oder als Dekoration in Reichweite von Kleinkindern stehen lassen.

Verwechslungsgefahr mit Bärlauch

Besonders heikel wird es im Frühling wegen der Ähnlichkeit mit Bärlauch. Immer wieder verwechseln Menschen die Blätter der beiden Pflanzen – mit teils schweren Folgen. Während Bärlauch essbar ist, können Maiglöckchen-Vergiftungen lebensgefährlich werden. Der Unterschied liegt oft im Geruch: Bärlauch riecht intensiv nach Knoblauch, Maiglöckchen nicht. Experten empfehlen zudem, nur Pflanzen zu sammeln, die man eindeutig erkennt.

Wer kein Risiko eingehen möchte, kann Maiglöckchen-Samen auch im Geschäft kaufen und zuhause im Garten oder am Balkon einsetzen. Die Pflanzen mögen schattige Plätze und feuchte Böden. So wächst der Frühlingsklassiker jedes Jahr wieder nach – und der nächste Muttertagsstrauß kommt ganz ohne schlechtes Gewissen aus dem eigenen Garten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.05.2026, 22:29
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