"Für Winter gut gerüstet"

Nach Pipeline-Angriff – Minister gibt Entwarnung

Österreichs Öl- und Gasspeicher sind gut gefüllt, die Versorgung ist gesichert. Wegen der Nahost-Lage werden die Energiemärkte genau beobachtet.
Heute Politik
14.09.2026, 16:33
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Die angespannte Lage im Nahen Osten rückt Österreichs Energieversorgung in den Fokus. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sieht das Land für den kommenden Winter gut gerüstet – gleichzeitig werden die internationalen Energiemärkte derzeit besonders genau beobachtet.

Am Rande einer internationalen Konferenz traf Hattmannsdorfer kurzfristig den saudischen Energie-, Industrie- und Rohstoffminister Prinz Abdulaziz bin Salman. Thema waren die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und mögliche Folgen für die Energieversorgung und die internationalen Märkte.

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Energieversorgung derzeit stabil

"In einer angespannten internationalen Lage braucht es einen direkten Austausch mit den entscheidenden Partnern. Deshalb habe ich heute mit meinem saudischen Amtskollegen die aktuelle Lage, mögliche Auswirkungen auf die Energiemärkte und die Versorgungssicherheit beraten", so Hattmannsdorfer.

Und weiter: "Wir beobachten die Entwicklungen genau, stimmen uns eng mit unseren internationalen Partnern ab und treffen die notwendigen Vorkehrungen. Jetzt geht es darum, alle diplomatischen Möglichkeiten zu nutzen, eine weitere Eskalation zu verhindern und die Energiemärkte zu stabilisieren."

Derzeit ist die Versorgung in Österreich laut Ministerium stabil. Gleichzeitig finden wegen der aktuellen Entwicklungen in dieser Woche zusätzliche Beratungen zur Versorgungssicherheit statt.

Österreichs Gasspeicher gut gefüllt

Besonders bei Gas verfügt Österreich über große Reserven. Derzeit befinden sich in den heimischen Speichern Mengen, die rund 80 bis 85 Prozent des österreichischen Jahresverbrauchs entsprechen.

Damit liegt Österreich im EU-Vergleich hinter Lettland auf dem zweiten Platz. Insgesamt können die heimischen Speicher rund 100 Terawattstunden aufnehmen. Das entspricht etwa 120 Prozent des österreichischen Jahresverbrauchs.

Zum Vergleich: EU-weit entspricht die Speicherkapazität rund 32 Prozent des jeweiligen Jahresverbrauchs. In Deutschland sind es rund 27 Prozent, in Frankreich 33 Prozent und in Italien 30 Prozent.

"Österreich ist für den Winter gut gerüstet: Unsere Öl- und Gasspeicher sind im internationalen Vergleich gut gefüllt, und die Versorgung ist aktuell gesichert. Seit Beginn des Konflikts analysiert das Wirtschafts- und Energieministerium gemeinsam mit Expertinnen und Experten laufend alle relevanten Entwicklungen. Aufgrund der jüngsten Lageverschärfung haben wir die Beratungen in dieser Woche nochmals intensiviert. Wir haben vorgesorgt und sind darauf vorbereitet, bei Bedarf rasch zu handeln", führt Hattmannsdorfer aus.

Saudi-Pipeline wurde angegriffen

Auch die Versorgung mit Erdöl steht unter Beobachtung. Saudi-Arabien war 2025 mit einem Anteil von rund 13 Prozent der drittgrößte Rohöllieferant Österreichs. Mehr Öl kam aus Kasachstan mit 57 Prozent und Libyen mit 14 Prozent.

Inzwischen ist die Bedeutung Saudi-Arabiens für Österreichs Ölimporte deutlich geringer. Bis Ende Juli 2026 kamen nur rund zwei Prozent der heimischen Rohölimporte aus dem Königreich. Die Bezugsquellen wurden weiter diversifiziert.

Brisant ist die Lage dennoch: Die saudische Ost-West-Pipeline wurde am 10. September angegriffen und musste vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Wie lange die Reparaturarbeiten dauern werden, ist derzeit noch offen.

Die Kapazität der Leitung war erst im Frühjahr von fünf auf sieben Millionen Barrel täglich erhöht worden. Tatsächlich wurde zuletzt allerdings deutlich weniger Öl über Yanbu exportiert.

Kerosin-Bestände auf Rekordniveau

Auch bei Erdöl und Treibstoffen sieht das Ministerium Österreich derzeit gut aufgestellt. Die Lagerbestände von Rohöl, Diesel und Benzin befinden sich demnach auf einem guten Niveau.

Besonders hoch sind die Reserven bei Flugzeugtreibstoff. Die österreichischen Kerosinlager befinden sich laut Ministerium auf Rekordniveau. Rund 90 bis 95 Prozent des heimischen Kerosinbedarfs werden in Schwechat produziert. Dadurch sind die Bestände auch im EU-Vergleich hoch.

pol,14.09.2026, 16:33
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