Die Inflationsrate für Dezember 2025 beträgt voraussichtlich 3,8 Prozent. Das geht aus einer Schnellschätzung der Statistik Austria am Mittwoch hervor. Im Vergleich zum Vormonat November steigt das Preisniveau um 0,4 Prozent.
"Die Inflationsrate für Dezember 2025 beträgt einer ersten Schätzung zufolge 3,8 % und liegt damit erstmals seit Juli 2025 wieder unter 4,0 %. Insbesondere bei Energie hat sich der Preisauftrieb zu Jahresende abgeschwächt, da Treibstoffe nach 3 Monaten wieder preisdämpfend wirkten. Strom blieb hingegen weiter teuer", so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Und weiter: "Im Schnitt legten die Energiepreise im Dezember um 9,0 % zu, nach einem Plus von 10,9 % im November. Kräftigster Preistreiber war erneut der Dienstleistungsbereich. Hier stiegen die Preise im Dezember um 4,4 %, und damit fast genauso stark wie im November mit +4,5 %. Bei Nahrungsmitteln, Tabak, Alkohol verstärkte sich der Preisauftrieb. Hier gab es im Dezember mit +4,1 % einen überdurchschnittlichen Preiszuwachs, nach einem Plus von 3,6 % im November."
▶ +3,8 Prozent zum Vorjahresmonat (vorläufige Schnellschätzung)
▶ +0,4 Prozent zum Vormonat (vorläufige Schnellschätzung)
Bereits die Schnellschätzung gibt Einblick in die Veränderungsraten von Komponenten des Verbraucherpreisindex und deren Einfluss auf die Inflationsrate. Die Sonderaggregate Industriegüter, Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak und Dienstleistungen ergeben gemeinsam die Gesamtinflation. Die Sonderaggregate Industriegüter und Dienstleistungen ergeben die Kerninflation. Im Dezember 2025 betrug die Kerninflation 3,2 Prozent, nach 3,4 Prozent im November.
"Auch wenn die Inflationsrate im Dezember leicht zurückgegangen ist, bleibt sie weiterhin deutlich zu hoch. Die fehlende Bekämpfung der Inflation der Vorgängerregierung hat eine Kettenreaktion ausgelöst, die uns bis jetzt schadet. Das hat zu einer im internationalen Vergleich hohen Inflation geführt", so Finanzminister Markus Marterbauer in einer ersten Reaktion.
Der Minister verweist zugleich auf Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten bereits umgesetzt worden seien und bald spürbar werden sollen: "In den vergangenen Monaten hat die Bundesregierung erste wichtige Schritte zur Bekämpfung der Inflation gesetzt, etwa im Bereich der Mieten mit der Mietpreisbremse, bei den Energiepreisen und durch regulatorische Maßnahmen bei Lebensmitteln."
Allerdings warnt er davor, sich einfache Lösungen zu erwarten. "Diese Maßnahmen werden bald Wirkung zeigen. Aber Inflation hat eine Vielzahl von Ursachen. Daher gibt es nicht den einen Knopf, auf den man drücken kann, um die Inflation automatisch zu senken", so Marterbauer.
Besonders genau will der Finanzminister nun auf den Dienstleistungsbereich schauen, vor allem dort, wo die Preise seiner Einschätzung nach stärker als anderswo anziehen. Zusätzlich kündigt er an, die Entwicklung bei den Treibstoffkosten genauer zu prüfen: "Auch wenn die Spritpreise im Dezember leicht gesunken sind, stimmt hier etwas nicht. Denn auf den Weltmärkten sind die Rohölpreise stark zurückgegangen. Bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ist dies aber nicht angekommen. Hier ist etwas faul, und manche scheinen sich ein Körberlgeld zu verdienen."