Wie hoch ist der Anteil muslimischer Häftlinge in Österreich? Das wollte FPÖ-Nationalratsabgeordneter Harald Schuh von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) wissen. Deren Antwort liegt "Heute" vor.
Demnach sind von insgesamt 10.062 Häftlingen genau 2.923 Muslime. Das ist ein Anteil von 29,14 Prozent. Das heißt: Fast jeder dritte Inhaftierte hat muslimischen Glauben. Die meisten davon sitzen mit 980 in Niederösterreich, gefolgt von Wien mit 742 und Oberösterreich mit 434.
Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es erst 1.777 Häftlinge oder exakt 19,98 Prozent. Danach lag der prozentuelle Anteil konstant über 20 Prozent. So hoch wie heuer war er aber noch nie.
Das Gefängnis mit den meisten muslimischen Häftlingen ist die Justizanstalt Wien-Josefstadt (467). Auf den Plätzen zwei und drei liegen Stein (NÖ, 292) und Innsbruck (Tirol, 194).
Die Justizministerin beantwortete auch die freiheitliche Frage, wie hoch der Anteil ausländischer Häftlinge insgesamt ist. Dabei zeigt sich: Es sind heuer 5.250 oder 52,18 Prozent, also mehr als jeder zweite von insgesamt 10.062.
Auch bei der Verteilung nach Bundesländern hat Niederösterreich mit 1.845 klar die Nase vorne. Mit einigem Abstand dahinter folgen Wien (1.265) und Oberösterreich mit 713. Das Schlussicht ist Vorarlberg mit 85 ausländischen Häftlingen.
Der Titel der FPÖ-Anfrage lautet übrigens "Ramadan in Justizanstalten". Die Fragen zu diesem Thema ließ die Justizministerin allerdings zum großen Teil unbeantwortet. So würden keine entsprechenden Daten vorliegen und es erfolge auch keine "systematische Erfassung fastender inhaftierter Personen".