Festnahme am Hauptbahnhof

Spektakulärer Zugriff! Gunkl lockte Frauen in Falle

30.000 Euro, verdeckte Ermittler und ein Zugriff am Wiener Hauptbahnhof: Neue Details im Fall Gunkl zeigen, wie die Festnahme einer Frau ablief.
André Wilding
18.09.2026, 10:07
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Der Wiener Hauptbahnhof wurde am 5. Juni 2026 zum Schauplatz einer vorbereiteten Geldübergabe. Günther Paal alias "Gunkl" erschien mit einem Kuvert, in dem sich 30.000 Euro befanden. Rund um ihn hatten sich verdeckte Ermittler positioniert.

Paal wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, ein Mädchen im Kindergartenalter sexuell missbraucht zu haben. Bei ihm wurden zudem 960 Bilddateien und 19 Videodateien mit sexualbezogenen Darstellungen mündiger und unmündiger Minderjähriger sichergestellt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Mitangeklagt sind die Mutter und die Großmutter des heute fünfjährigen Mädchens. Den beiden Frauen wird vorgeworfen, Paal nach der mutmaßlichen Tat erpresst zu haben. Der Kabarettist soll immer höhere Geldbeträge bezahlt haben, ehe er schließlich Selbstanzeige erstattete und die Frauen anzeigte.

"Dazu ist der doch viel zu feig"

Dass Paal zur Polizei gehen könnte, dürfte die Großmutter laut "Kronen Zeitung" befürchtet haben. Bei einer Telefonüberwachung der Polizei warnte sie ihre Tochter davor. Diese soll ihre Mutter laut Bericht mit den Worten "Dazu ist der doch viel zu feig" beruhigt haben.

Wenig später kam es zur Geldübergabe am Wiener Hauptbahnhof. Paal begab sich mit den 30.000 Euro in die große Halle bei der Anzeigetafel.

Werner Wendt, Rechtsvertreter der Mutter, schildert den Zugriff in der "Krone" so: "Paal hatte sich in der Halle mit der Mutter verabredet. Um ihn herum positionierten sich verdeckte Ermittler. Im Moment der Übergabe kam es zum Zugriff und meine Mandantin wurde festgenommen."

Großmutter im Juli festgenommen

Die ebenfalls wegen "schwerer Erpressung" angeklagte Großmutter wurde im Juli bei ihrer Einreise nach Österreich festgenommen. Dabei stellte sich für ihren Rechtsvertreter noch ein praktisches Problem. "Die Familie hatte mehr als zehn Hunde, die versorgt werden mussten", heißt es im Bericht der Tageszeitung.

Beide Frauen befinden sich in Untersuchungshaft.

Kontakt begann vor zwölf Jahren

Paal hatte die beiden Frauen laut den Angaben vor zwölf Jahren über eine Annonce kennengelernt. Mutter und Tochter hatten darin mit zweideutigen Formulierungen Massagedienstleistungen angeboten. Bald darauf soll es zu einem ersten Treffen zu dritt gekommen sein, heißt es in dem Bericht.

Im Laufe der Jahre soll sich daraus eine Dreiecksbeziehung entwickelt haben, bei der es um sexuelle Kontakte und Geld, laut Darstellung aber auch um Gefühle gegangen sei. Gemeinsam sollen sie Geburtstage und andere Anlässe gefeiert haben.

Wendt beschreibt das Verhältnis in der "Kronen Zeitung" so: "Sie haben sich immer gefreut, wenn er gekommen ist. Weil er lustig war."

Laptop soll verschwunden sein

Zu den Treffen soll Paal regelmäßig einen Laptop mit pornografischem Material mitgebracht haben. Ob darauf auch illegales Missbrauchsmaterial gespeichert war, ist nicht geklärt. Der Laptop dürfte verschwunden sein.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Bei einer Hausdurchsuchung bei Paal wurde hingegen ein älterer Computer sichergestellt. Darauf befanden sich 960 Bilddateien und 19 Videodateien mit sexualbezogenen Darstellungen mündiger und unmündiger Minderjähriger.

Neben Zahlungen soll Paal den Frauen auch Geschenke gemacht haben. "Der Tochter hat er zum 30. Geburtstag ein neues Bett geschenkt", schreibt die "Kronen Zeitung".

Verhältnis zerbrach nach mutmaßlicher Tat

Im Jänner 2025 soll es zur angeklagten geschlechtlichen Handlung mit dem damals dreijährigen Mädchen gekommen sein. Die beiden Frauen sollen laut Bericht dabei anwesend und "nicht unerheblich alkoholisiert" gewesen sein. Laut Wendt hätten sie den Vorfall als "Bruch" erlebt.

Für die geschlechtliche Handlung soll Paal den Frauen 300 Euro bezahlt haben. In weiterer Folge sollen insgesamt 150.000 Euro als "Schweigegeld" geflossen sein.

Mit der vorbereiteten Übergabe weiterer 30.000 Euro am Wiener Hauptbahnhof griffen die Ermittler schließlich zu. Die strafrechtlichen Vorwürfe sind Gegenstand des Verfahrens.

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

wil,Akt. 18.09.2026, 10:19, 18.09.2026, 10:07