Der Sommer zieht sich langsam zurück, die ersten Blätter verfärben sich und im Garten wird es merklich ruhiger. Doch zwischen den letzten warmen Sonnenstrahlen sind noch immer Schmetterlinge unterwegs. Und ausgerechnet eine Orangenscheibe kann jetzt für besonders schöne Besucher sorgen.
Schmetterlinge ernähren sich keineswegs ausschließlich von Blütennektar. Manche Arten saugen auch an weichen Früchten und nehmen dabei zuckerhaltige Flüssigkeit auf. Das macht reifes Obst interessant, wenn im Garten allmählich weniger Blüten zur Verfügung stehen. Besonders weich und saftig sollte die Frucht sein, damit die Falter mit ihrem Saugrüssel an die Flüssigkeit gelangen. Eine aufgeschnittene Orange bietet dafür eine leicht zugängliche Oberfläche. Auch der intensive Duft kann Insekten auf das Obst aufmerksam machen.
Einer der bekanntesten Obst-Fans unter den heimischen Schmetterlingen ist der Admiral. Die auffälligen Falter lassen sich immer wieder an reifem oder gärendem Obst beobachten. Auch Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs können sich an solchen Futterstellen zeigen. Eine Garantie für Schmetterlingsbesuch gibt es allerdings nicht. Welche Arten tatsächlich vorbeikommen, hängt unter anderem von Region, Wetter, Jahreszeit und dem übrigen Nahrungsangebot ab.
An einem sonnigen Herbsttag kann die Orangenscheibe aber zur kleinen Beobachtungsstation im eigenen Garten oder auf dem Balkon werden.
Die Scheibe sollte nicht einfach mitten im feuchten Gras landen. Besser eignet sich eine erhöhte, gut erreichbare Stelle – etwa ein Gartentisch, eine Mauer oder ein anderer geschützter Platz. Ideal ist ein sonniger und möglichst windstiller Standort. Schmetterlinge sind wechselwarm und auf Wärme angewiesen, um aktiv zu sein.
Wer keine Orange zur Hand hat, kann auch anderes sehr reifes Obst ausprobieren: Weiche Bananen, Birnen, Pflaumen oder anderes süßes Obst können ebenfalls Falter anziehen.
Was Schmetterlingen schmeckt, bleibt natürlich auch anderen Gartenbewohnern nicht verborgen. Wespen, Fliegen oder Ameisen können sich ebenfalls für das Obst interessieren. Deshalb sollte die Futterstelle regelmäßig kontrolliert werden. Verschimmeltes oder stark verdorbenes Obst gehört entfernt und durch frisches beziehungsweise reifes Obst ersetzt. Außerdem sollte man nur kleine Mengen auslegen, statt größere Obstberge im Garten verrotten zu lassen.