Du greifst zur dunkelvioletten Zwetschke und bemerkst plötzlich diesen matten, weißlichen Schleier auf der Schale. Sieht ein bisschen nach Staub aus – und schon wandert die Frucht unter den Wasserhahn. Doch damit solltest du besser noch warten.
Der weißliche Schleier wird als Duftfilm bezeichnet: Dabei handelt es sich um eine natürliche Wachsschicht, die sich während der Reifung auf der Schale bildet. Sie legt sich wie eine feine Schutzschicht um die Zwetschke und hilft dabei, den Wasserverlust der Frucht zu reduzieren. Dadurch trocknet sie weniger schnell aus.
Ein möglichst intakter Duftfilm kann sogar ein gutes Zeichen beim Einkauf sein: Wird eine Zwetschke bei Ernte, Transport und Lagerung häufig angefasst oder stark gerieben, verschwindet die empfindliche Schicht zunehmend.
So verlockend es auch sein mag: Direkt nach dem Einkauf solltest du Zwetschken nicht waschen, wenn du sie noch lagern möchtest. Dabei entfernst du auch ihre natürliche Schutzschicht. Besser ist es, die Früchte ungewaschen in den Kühlschrank zu geben und erst unmittelbar vor dem Essen oder Verarbeiten gründlich mit Wasser abzuspülen.
Das ist auch deshalb sinnvoll, weil sich auf der Oberfläche während Anbau, Transport und Verkauf Verunreinigungen ablagern können. Der Duftfilm darf also ruhig möglichst lange dranbleiben, vor dem Reinbeißen wird die Zwetschke trotzdem gewaschen.
Wer die Früchte nicht gleich zu Zwetschkenknödeln, Kuchen oder Röster verarbeitet, bewahrt sie am besten ungewaschen und kühl auf. Im Kühlschrank können einwandfreie Zwetschken je nach Reifegrad ungefähr eine Woche frisch bleiben. Wichtig bleibt: Der schützende Duftfilm sollte dabei möglichst erhalten bleiben.
Hast du mehr Zwetschken gekauft oder geerntet, als du verbrauchen kannst, lassen sie sich auch gut einfrieren. Dafür werden sie gewaschen, halbiert beziehungsweise entsteint und anschließend tiefgekühlt.