Mutter schöpfte Verdacht

"Zu feig" – Geheimes Telefonat im Fall Gunkl abgehört

Die Causa um Günther Paal bringt neue Details über sein Verhältnis zu den zwei mitangeklagten Frauen und deren Festnahmen ans Licht.
André Wilding
18.09.2026, 21:53
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

30.000 Euro in einem Kuvert, verdeckte Ermittler und eine vereinbarte Übergabe mitten im Wiener Hauptbahnhof: Am 5. Juni 2026 spielte Günther "Gunkl" Paal laut "Kronen Zeitung" eine entscheidende Rolle bei der Festnahme einer der beiden Frauen, die ihn zuvor erpresst haben sollen.

Gegen den 64-jährigen Kabarettisten selbst erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe. Er soll ein Mädchen im Kindergartenalter sexuell missbraucht haben. Zudem wurden bei ihm zahlreiche Dateien mit Missbrauchsdarstellungen sichergestellt.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Mitangeklagt sind die Mutter und die Großmutter des heute fünfjährigen Mädchens. Sie sollen nach der mutmaßlichen Tat immer höhere Geldbeträge von Paal verlangt haben. Schließlich erstattete der Kabarettist Selbstanzeige und Anzeige.

"Dazu ist der doch viel zu feig"

Dass Paal diesen Schritt setzen könnte, dürfte die Großmutter laut Bericht der Tageszeitung bereits befürchtet haben. Bei einer polizeilichen Telefonüberwachung warnte sie ihre Tochter davor. Diese beschwichtigte ihre Mutter: "Dazu ist der doch viel zu feig."

Wenig später kam es zum Zugriff. Paal betrat mit 30.000 Euro in einem Kuvert die große Halle des Wiener Hauptbahnhofs und traf dort die Mutter.

Ihr Rechtsvertreter Werner Wendt schildert die Situation in der "Kronen Zeitung" so: "Paal hatte sich in der Halle mit der Mutter verabredet. Um ihn herum positionierten sich verdeckte Ermittler. Im Moment der Übergabe kam es zum Zugriff und meine Mandantin wurde festgenommen."

Mehr als zehn Hunde zu versorgen

Die Großmutter wurde erst später festgenommen. Sie wurde im Juli bei ihrer Einreise nach Österreich gefasst und ist ebenfalls wegen "schwerer Erpressung" angeklagt.

Für ihren Rechtsvertreter ergab sich dabei laut "Krone" noch ein ganz anderes Problem: "Die Familie hatte mehr als zehn Hunde, die versorgt werden mussten." Beide Frauen befinden sich in Untersuchungshaft.

Kontakt begann vor zwölf Jahren

Die Verbindung zwischen Paal und den beiden Frauen reicht zwölf Jahre zurück. Kennengelernt haben soll er Mutter und Tochter über eine Annonce, in der sie mit zweideutigen Worten Massagedienstleistungen angeboten hatten. Bald danach soll es ein erstes gemeinsames Treffen gegeben haben, heißt es in dem Bericht.

Mit der Zeit soll daraus eine Dreiecksbeziehung entstanden sein. Neben sexuellen Kontakten und Geld soll dabei angeblich auch Liebe eine Rolle gespielt haben. Gemeinsam wurden offenbar auch Geburtstage und andere Anlässe gefeiert.

Wendt beschreibt das Verhältnis der Frauen zu Paal gegenüber der "Kleinen Zeitung" so: "Sie haben sich immer gefreut, wenn er gekommen ist. Weil er lustig war."

960 Bilder und 19 Videos gefunden

Bei seinen Treffen mit den Frauen soll Paal regelmäßig einen Laptop mit pornografischem Material mitgebracht und dieses abgespielt haben. Ob darauf illegales Missbrauchsmaterial gespeichert war, ist nicht geklärt. Der Laptop dürfte verschwunden sein.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Bei einer Hausdurchsuchung wurde allerdings ein deutlich älterer Computer sichergestellt. Darauf befanden sich 960 Bilddateien und 19 Videodateien mit sexualbezogenen Darstellungen mündiger und unmündiger Minderjähriger.

Paal soll die beiden Frauen bezahlt und ihnen unabhängig davon auch Geschenke gemacht haben. "Der Tochter hat er zum 30. Geburtstag ein neues Bett geschenkt", heißt es dazu in der "Krone".

Danach soll Schweigegeld geflossen sein

Im Jänner 2025 soll es zur angeklagten geschlechtlichen Handlung mit dem damals dreijährigen Mädchen gekommen sein. Die beiden Frauen sollen dabei anwesend und "nicht unerheblich alkoholisiert" gewesen sein. Laut Wendt hätten sie das Geschehen als "Bruch" erlebt, heißt es weiter.

Für die mutmaßliche Tat an dem Kind soll Paal den Frauen 300 Euro bezahlt haben. Danach sollen insgesamt 150.000 Euro "Schweigegeld" geflossen sein.

Mit der vereinbarten Übergabe weiterer 30.000 Euro am Wiener Hauptbahnhof kam es schließlich zum Zugriff auf die Mutter. Die strafrechtlichen Vorwürfe sind Gegenstand des Verfahrens

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

wil,18.09.2026, 21:53