Der erste Kaffee bringt andere morgens überhaupt erst auf Touren. Bei dir sorgt er dagegen für Herzklopfen, Nervosität oder eine schlaflose Nacht? Dann reagierst du möglicherweise empfindlicher auf Koffein als andere Menschen.
Nach dem Espresso landet das Koffein im Blut und entfaltet seine anregende Wirkung. Abgebaut wird es anschließend größtenteils in der Leber. Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei das Enzym CYP1A2.
"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Wie aktiv dieses Enzym ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Genetische Varianten können dazu beitragen, dass Koffein unterschiedlich schnell verarbeitet wird. Allerdings entscheiden die Gene nicht allein: Auch Rauchen, Medikamente, Ernährung oder eine Schwangerschaft können den Koffeinabbau beeinflussen.
Trinkst du Kaffee dazu? Dann wirken deine Supplements kaum
?
Wer empfindlich reagiert, kann das manchmal schon im Alltag bemerken. Diese fünf Anzeichen solltest du kennen:
1
Du liegst abends lange wach
Der Kaffee am Vormittag ist längst vergessen – dein Körper möglicherweise noch nicht. Einschlafprobleme oder ein unruhiger Schlaf können darauf hindeuten, dass du empfindlich auf Koffein reagierst. Gerade bei Menschen, bei denen Koffein länger wirkt, kann selbst eine vergleichsweise frühe Tasse noch Auswirkungen auf die Nacht haben. Genetische Unterschiede werden tatsächlich mit unterschiedlich starken Effekten von Koffein auf Schlafstörungen in Verbindung gebracht.
2
Du wirst nervös
Eigentlich soll Kaffee wach und fokussiert machen, doch bei manchen kippt der gewünschte Kick schnell ins Gegenteil: innere Unruhe, Nervosität oder ein unangenehmes Gefühl des Aufgedrehtseins können nach Koffeinkonsum auftreten. Auch hier scheint die individuelle genetische Ausstattung eine Rolle zu spielen: Besonders Varianten des Adenosin-Rezeptor-Gens ADORA2A werden in Studien mit unterschiedlich ausgeprägten Angst- und Unruhereaktionen auf Koffein in Verbindung gebracht.
3
Dein Herz beginnt zu rasen
Nach dem Kaffee hämmert plötzlich das Herz oder der Puls fühlt sich ungewöhnlich schnell an? Herzklopfen und Herzrasen können bei zu viel Koffein auftreten. Neue, starke oder anhaltende Beschwerden sollten allerdings nicht einfach auf den Kaffee geschoben werden. Treten sie wiederholt auf oder kommen etwa Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht dazu, gehören sie medizinisch abgeklärt.
4
Dein Magen rebelliert
Auch der Verdauungstrakt kann sich melden. Magenbeschwerden, Sodbrennen oder Durchfall treten bei manchen Menschen nach Kaffee beziehungsweise koffeinhaltigen Getränken auf. Dabei muss allerdings nicht zwangsläufig Koffein allein der Übeltäter sein. Kaffee enthält zahlreiche weitere Inhaltsstoffe und kann die Verdauung beeinflussen. Wer Beschwerden nur nach Kaffee, nicht aber nach anderen koffeinhaltigen Getränken bemerkt, sollte deshalb genauer hinschauen.
5
Schon wenig Koffein haut dich um
Während andere nach dem dritten Espresso kaum etwas bemerken, reichen dir wenige Schlucke für zittrige Hände und stundenlange Unruhe? Auch eine auffällig starke oder lang anhaltende Reaktion auf kleine Mengen kann auf eine erhöhte Koffeinempfindlichkeit hindeuten.
400 Milligramm sind kein persönliches Ziel
Für gesunde Erwachsene gelten laut Bundesinstitut für Risikobewertung bis zu 200 Milligramm Koffein auf einmal und bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt grundsätzlich als Mengen, bei denen gesundheitliche Risiken nicht zu erwarten sind.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder diese Menge problemlos verträgt. Wer schon nach einer Tasse Herzklopfen bekommt oder nachts kein Auge zubekommt, muss seine persönliche Grenze nicht austesten.