Ein strahlendes Lächeln gehört für viele zum gepflegten Auftreten. Doch spätestens, wenn eine größere Behandlung ansteht, vergeht manchen Österreichern das Lachen: Nicht die Angst vor dem Bohrer ist das größte Problem, sondern jene vor der Rechnung.
Das zeigt das aktuelle Allianz Gesundheitsbarometer 2026: Zwar achten 85 Prozent gewissenhaft auf ihre Zahnpflege und 73 Prozent gehen mindestens einmal jährlich zur Kontrolle. Doch vier von zehn haben bereits eine Behandlung ausgelassen, weil sie ihnen zu teuer war.
Noch deutlicher wird der Kostendruck bei jenen, die mit ihren Zähnen unzufrieden sind. Fast die Hälfte plant keine Veränderung, weil sie sich eine Korrektur nicht leisten möchte oder kann. Insgesamt nennen 47 Prozent die Kosten als Hindernis für eine Behandlung. Die klassische Angst vor dem Zahnarzt folgt mit gerade einmal 19 Prozent weit dahinter.
"Die Angst vor dem Zahnarztbesuch ist ein Klassiker, aber heute schreckt die Rechnung mehr ab als der Bohrer", sagt Dr. Jörg Hipp, Vorstand der Allianz Österreich. Das Problem: Aufgeschobene Behandlungen würden selten günstiger. Besonders kostspielig wird Zahnersatz wahrgenommen: 87 Prozent stufen ihn als teuer ein, gefolgt von Zahnkorrekturen (80 Prozent) und ästhetischen Eingriffen (75 Prozent).
Hinzu kommt Unsicherheit darüber, was eine Behandlung überhaupt kostet und welche Leistungen übernommen werden. Nur 36 Prozent fühlen sich darüber gut informiert – ebenso wenige kennen sich nach eigener Einschätzung mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gut aus.
Das spiegelt sich auch in der Bewertung des Systems wider: Zwar halten 71 Prozent die zahnmedizinische Versorgung in Österreich für sehr oder eher gut. Die fachliche Kompetenz der Zahnärzte erreicht sogar 81 Prozent Zustimmung. Beim Kosten-Leistungs-Verhältnis sieht es völlig anders aus: Damit sind lediglich 28 Prozent zufrieden.
Beim Blick in die Bundesländer zeigen sich deutliche Unterschiede. Besonders zufrieden lächelt Vorarlberg: 72 Prozent sind mit dem Zustand ihrer Zähne zufrieden, 81 Prozent bewerten auch die zahnmedizinische Versorgung positiv.
Die Wiener vergeben dagegen besonders häufig die Bestnote "sehr gut" für die Versorgungsqualität – 30 Prozent tun das. Kurios sieht es in Oberösterreich aus: Dort achten mit 89 Prozent besonders viele Menschen gewissenhaft auf ihre Zahnpflege. Trotzdem sind lediglich 55 Prozent mit ihren eigenen Zähnen zufrieden.
Auch bei der Vorsorge gibt es regionale Unterschiede. In Tirol gehen 88 Prozent regelmäßig zur Kontrolle. Nur Vorarlberg liegt mit 89 Prozent noch knapp davor. Gleichzeitig sind 69 Prozent der Tiroler mit ihren Zähnen zufrieden – österreichweit Rang zwei.
In Kärnten betrachten wiederum besonders viele ihre Zähne als persönliche Visitenkarte: 81 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Zur Kontrolle gehen mit 66 Prozent allerdings deutlich weniger als im österreichweiten Durchschnitt von 73 Prozent. Die Salzburger stechen an anderer Stelle hervor: Mit neun Prozent haben sie am häufigsten eine private Zahnzusatzversicherung. Österreichweit sind es lediglich fünf Prozent.
Im Burgenland wird die zahnmedizinische Versorgung mit 56 Prozent besonders kritisch beurteilt. Gleichzeitig sind die Burgenländer bei den Behandlungskosten vergleichsweise gut informiert: 41 Prozent geben an, darüber Bescheid zu wissen. Niederösterreich punktet hingegen bei der Beratung: Dort wird die Beratungskompetenz der Zahnärzte mit 77 Prozent am besten bewertet.
Und die Steirer wissen besonders viel darüber, dass Mundgesundheit nicht am Zahnfleisch endet: 65 Prozent kennen mögliche Auswirkungen von anhaltendem Stress auf die Zähne, 48 Prozent wissen über Risiken von Zahnfleischerkrankungen während einer Schwangerschaft Bescheid.
Unterm Strich zeigt die Erhebung damit einen deutlichen Widerspruch: Den Österreichern sind gesunde Zähne wichtig – doch wenn die Behandlung teuer wird, müssen viele tatsächlich die Zähne zusammenbeißen.