Am Morgen läuft die Nase, zwischendurch kommt ein Huster – ansonsten springt das Kind aber putzmunter durch die Wohnung. Für Eltern beginnt damit gerade wieder die schwierige Abwägung: Ab in die Schule oder den Kindergarten – oder doch lieber einen Tag zu Hause bleiben? Mit dem Start ins neue Schul- und Kindergartenjahr gewinnt die Frage wieder an Bedeutung. Denn wo viele Kinder zusammenkommen, lassen auch die ersten Infekte meist nicht lange auf sich warten.
In den Kinderarztpraxen macht sich der Schulstart bereits bemerkbar. "Es gibt immer nach den Sommermonaten auch bei uns durch den Schulbeginn ein vermehrtes Patientinnenaufkommen", erklärt Helmuth Howanietz, Ärztlicher Leiter des kiz augarten im 2. Wiener Bezirk, gegenüber "Heute". Grund zur Sorge gibt es aktuell allerdings nicht: Ein besonderes Infektionsgeschehen oder eine auffällige Häufung ansteckender Erkrankungen sei derzeit nicht festzustellen.
Howanietz nutzt die Gelegenheit jedoch, um auf die gerade startende Grippeimpfung hinzuweisen: Sie könne wesentlich dazu beitragen, die Ausbreitung einer Grippewelle in Schulen einzudämmen.
Doch was tun, wenn die Nase bereits läuft? Hier gibt der Kinderarzt Entwarnung: "Ein banaler Schnupfen ohne Fieber [ist] sicherlich kein Grund, Kinder vom Schulbesuch abzuhalten." Auch gelegentliches Husten oder Niesen aufgrund eines Schnupfens müsse nicht automatisch einen Tag zu Hause bedeuten.
Anders sieht es aus, wenn die Beschwerden stärker werden: "Erst, wenn Kinder unentwegt husten und/oder gleichzeitig Fieber haben, sollte nicht nur eine Kinderärztin aufgesucht, sondern auch der Schulbesuch abgesagt werden", erklärt der Mediziner im "Heute"-Interview.
Auch die Art des Hustens könne einen Hinweis liefern. Lungenerkrankungen gingen laut Howanietz typischerweise mit anhaltendem Husten einher. Husten, der lediglich morgens oder abends auftritt, sei hingegen meist harmlos und nicht durch eine Lungenerkrankung bedingt.
Temperatur und einzelne Symptome sind jedoch nicht alles. Für Howanietz gibt es einen weiteren wichtigen Maßstab: Wie verhält sich das Kind? Abgesehen von fieberhaften Erkrankungen sollten Eltern deshalb vor allem den Allgemeinzustand beobachten. "Niemand kennt seine Kinder besser als die Eltern", betont der Kinderarzt.
Wirkt das Kind deutlich anders als sonst, möchte es plötzlich nicht mehr spielen oder seinen üblichen Aktivitäten wie Fußball nachgehen, spricht das dafür, ihm eine Pause zu gönnen. Hält die Veränderung an, empfiehlt Howanietz zudem eine kinderärztliche Abklärung.