Nächtliche Nebenwirkungen

Alpträume durch Arznei? Diese Mittel sind häufig schuld

Schweißgebadet wach und der Alptraum fühlt sich erschreckend echt an? Der Auslöser könnte in deinem Medikamentenschrank liegen.
Heute Life
08.09.2026, 13:15
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Du schreckst mitten in der Nacht hoch, dein Herz rast und der Traum fühlt sich erschreckend real an. Meist sucht man den Grund dann bei Stress, Sorgen oder dem Horrorfilm vom Vorabend. Doch manchmal lohnt sich ein Blick an eine ganz andere Stelle: in den Medikamentenschrank.

Medikamente können deine Träume verändern

Besonders gut dokumentiert ist der Zusammenhang bei Betablockern, die etwa gegen Bluthochdruck, bestimmte Herzerkrankungen oder Migräne eingesetzt werden. Dazu zählen Wirkstoffe wie Metoprolol und Propranolol.

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Eine große Auswertung internationaler Nebenwirkungsmeldungen untersuchte 126.964 Berichte zu Betablockern. Darunter fanden sich 1.138 Meldungen über Alpträume. Besonders häufig wurden sie im Verhältnis zu anderen Nebenwirkungen unter anderem bei Metoprolol und Pindolol gemeldet. Solche Daten können allerdings keinen Beweis liefern, dass das Medikament tatsächlich die Ursache war.

Dass vor allem fettlösliche Betablocker den Schlaf beeinflussen können, wird schon länger diskutiert. Sie gelangen leichter ins zentrale Nervensystem. Bereits kontrollierte Untersuchungen zeigten bei Propranolol, Metoprolol und Pindolol mehr nächtliches Erwachen und eine stärkere Erinnerung an Träume.

Nicht nur Betablocker kommen infrage

Auch andere Medikamente können den Schlaf und die Traumwelt verändern. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit zu medikamentenbedingten Alpträumen fand insbesondere Hinweise für Beruhigungs- und Schlafmittel, Betablocker und Amphetamine. Bei vielen anderen Wirkstoffen gibt es dagegen lediglich einzelne Fallberichte oder Nebenwirkungsmeldungen – Ursache und Häufigkeit lassen sich daraus kaum zuverlässig bestimmen.

Auch Nikotinpflaster können für ungewöhnlich lebhafte Träume sorgen. Das ist sogar in offiziellen Anwendungshinweisen berücksichtigt: Wer dadurch Schlafprobleme oder intensive Träume bekommt, kann bei dafür vorgesehenen Pflastern das Pflaster vor dem Schlafengehen entfernen und morgens ein neues aufkleben.

Plötzlich Alpträume? Jetzt genau hinschauen

Verdächtig kann es werden, wenn die nächtlichen Horrorfilme kurz nach Beginn einer neuen Behandlung, einer Dosisänderung oder einem Medikamentenwechsel auftauchen.

Hilfreich ist dann ein kleines Schlaftagebuch: Wann wurde das Medikament eingenommen? Wann begannen die Alpträume? Wie häufig treten sie auf? Gibt es gleichzeitig andere Beschwerden? Diese Informationen können dem Arzt helfen, einen möglichen Zusammenhang einzuordnen.

Bloß nicht selbst absetzen

So unangenehm die Nächte auch sind: Verschriebene Medikamente sollten nicht eigenmächtig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden. Das kann je nach Arzneimittel deutlich gefährlicher sein als die Schlafprobleme selbst. Stattdessen sollte die Nebenwirkung ärztlich abgeklärt werden: Je nach Medikament und Erkrankung kommen möglicherweise ein anderer Einnahmezeitpunkt, eine angepasste Dosis oder ein alternatives Präparat infrage.

Bei Schlafproblemen unter Metoprolol nennt beispielsweise die Deutsche Herzstiftung Carvedilol oder Nebivolol als mögliche Alternativen. Ob ein Wechsel medizinisch sinnvoll ist, muss allerdings individuell entschieden werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.09.2026, 13:15