Plötzliches Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchkrämpfe – typisch Norovirus. Die Symptome beginnen meist 12 bis 48 Stunden nach Ansteckung und sind hoch ansteckend.
Es ist der ungebetene Gast der Feiertage – Brechdurchfall. Der Verursacher dessen, der Norovirus, hat in der kalten Jahreszeit (Oktober bis März) Hochsaison. Noroviren sind extrem ansteckende Magen-Darm-Viren. Im Winter stecken wir uns leichter an, weil wir mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und sich das Virus dort rasch über Hände, Oberflächen oder gemeinsam genutzte Toiletten verbreitet.
Typische Symptome:
plötzlich einsetzendes, heftiges Erbrechen
wässriger Durchfall
Bauchkrämpfe, Übelkeit
manchmal leichtes Fieber oder Gliederschmerzen
Die Symptome treten in der Regel 12 bis 48 Stunden nach der Ansteckung auf und klingen normalerweise innerhalb von 24 bis 72 Stunden von selbst ab. Ansteckend ist man während der Symptome und mindestens 48 Stunden danach – bei Kindern oft noch länger.
Noroviren greifen die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts an und lösen eine Entzündungsreaktion aus – deshalb kommt es zu Durchfall und Erbrechen.
Schon sehr wenige Viruspartikel reichen für eine Ansteckung. In erster Linie durch Kontakt mit dem Virus, das im Erbrochenen oder Stuhl einer infizierten Person vorhanden ist. Menschen können sich durch direkten Kontakt mit einer erkrankten Person, durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder kontaminierten Wassers oder durch Berühren kontaminierter Oberflächen und anschließendes Berühren des Mundes infizieren. Noroviren verbreiten sich am häufigsten in Gesundheitseinrichtungen, Restaurants, bei Catering-Veranstaltungen, in Schulen und Kindertagesstätten.
Es gibt keine Heilung oder spezifische Behandlung für Noroviren, aber es ist wichtig, ausreichend zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Während sich die meisten Menschen schnell erholen, haben Erwachsene ab 65 Jahren, Kleinkinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf oder den Tod.
Aber mit den richtigen Maßnahmen kannst du dein Ansteckungsrisiko reduzieren:
1
Hände waschen
Wasche deine Hände häufig mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife – nur Wasser alleine reicht nicht! Das ist besonders wichtig nach dem Toilettengang, dem Windelwechseln, vor dem Essen oder dem Umgang mit Lebensmitteln und vor der Verabreichung von Medikamenten an sich selbst oder andere Personen. Im Gegensatz zu vielen anderen Viren ist Handdesinfektionsmittel kein Ersatz fürs Händewaschen.
2
Oberflächen desinfizieren
Man sollte auch häufig berührte Oberflächen wie Theken, Türgriffe und Mobiltelefone sowie Kinderspielzeug desinfizieren. Jedoch sei es schwierig, Noroviren von Oberflächen zu entfernen, "da sie gegen die meisten Desinfektionsmittel und Handdesinfektionsmittel resistent sind", sagt Dr. Joanna Turner Bisgrove, Allgemeinmedizinerin am Rush University Medical Center (Chicago, USA). Tatsächlich können Noroviren bis zu zwei Wochen lang auf Lebensmitteln und Arbeitsflächen überleben, selbst bei Minustemperaturen und bis zu einer Erhitzung auf über 60°C, sagte sie.
Die United States Environmental Protection Agency (EPA) listet Desinfektionsmittel auf, die gegen Noroviren wirksam sind. Eine Lösung aus 5 bis 25 Esslöffeln Haushaltsbleiche (5,25 %) pro 3,7 Liter Wasser ist in der Regel wirksam.
3
Lebensmittel gut durchkochen
Um das Risiko durch kontaminierte Lebensmittel zu verringern, empfiehlt die CDC, Lebensmittel auf die empfohlene Innentemperatur zu garen. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr ebenfalls gründlich gewaschen werden.
4
Im Krankheitsfall daheim bleiben
Wenn du krank bist, bleibe zu Hause und vermeide mindestens zwei Tage nach Abklingen der Symptome jegliche Zusammenkünfte, weil du da noch ansteckend bist. Vermeide engen Kontakt zu anderen Personen und fasse keine Lebensmittel an. Reinige Badezimmer und Toilette gründlich. Das Tragen von Handschuhen beim Putzen – und deren anschließendes Wegwerfen – bietet zusätzlichen Schutz.
5
Handtücher, Bettwäsche, Kleidung heiß waschen
Noroviren sind extrem widerstandsfähig und können auf Textilien tagelang infektiös bleiben. Handtücher, Bettwäsche und Kleidung kommen bei Erkrankten leicht mit winzigen Spuren von Erbrochenem oder Stuhl in Kontakt – und genau darüber verbreitet sich das Virus. Ein heißer Waschgang reduziert diese Viruslast stark und unterbricht die Ansteckungskette. Ab etwa 60 °C werden Noroviren deutlich besser unschädlich gemacht als bei niedrigen Temperaturen. Am besten wird zusätzlich ein Hygienespüler verwendet. Außerdem: Erkrankte sollten ihre eigenen Handtücher haben und sie nicht mit anderen Familienmitgliedern oä nutzen.
Meist geht’s von selbst vorbei. Wichtig ist vor allem, viel zu trinken, um den Flüssigkeits- und Elektrolytmangel, der bei Durchfall und Erbrechen entsteht, auszugleichen. Aber ein Besuch beim Arzt ist angezeigt, wenn Schwindel oder Kreislaufprobleme auftreten, die Flüssigkeit nicht beibehalten werden kann, Blut im Stuhl, hohes Fieber oder Schmerzen auftreten. Vulnerable Gruppen wie Säuglinge/Kleinkinder, Schwangere, Ältere oder Immungeschwächte sollten im Erkrankungsfall auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.