Du stehst morgens noch etwas verschlafen in der Küche, lässt dir deinen ersten Kaffee schmecken und stellst die Tasse anschließend in den Geschirrspüler. Eigentlich nichts Besonderes. Doch hast du dir dein Lieblingshäferl schon einmal von unten angesehen? Bei manchen Tassen versteckt sich dort ein kleines Detail, das die meisten Menschen kaum beachten: winzige Kerben am Boden – und die sind keineswegs nur zufällig dort.
Ob schlichte weiße Kaffeetasse oder buntes Urlaubssouvenir: Viele Keramikbecher besitzen an ihrer Unterseite einen ringförmigen Standfuß. Manchmal ist dieser durch eine oder mehrere kleine Einkerbungen unterbrochen. Was auf den ersten Blick wie ein Produktionsfehler aussieht, kann tatsächlich eine praktische Funktion haben.
Die Aussparungen ermöglichen es, dass Wasser leichter aus dem Standring ablaufen kann. Das ist besonders dann hilfreich, wenn du deine Tasse verkehrt herum in den Geschirrspüler stellst.
Du kennst das bestimmt: Der Spülgang ist längst vorbei, du räumst das Geschirr aus und plötzlich schwappt dir ein kleiner Rest Wasser entgegen. Der Grund: Auf der umgedrehten Tasse kann sich im vertieften Bereich des Standrings Spülwasser sammeln. Ohne geeignete Öffnung bleibt es dort manchmal bis zum Ausräumen stehen. Hier kommen die Kerben ins Spiel: Sie können dem Wasser einen Weg nach draußen bieten, sodass es besser abfließt und sich weniger Feuchtigkeit am Tassenboden staut.
Das erspart dir im besten Fall nicht nur lästiges Nachtrocknen, sondern verhindert auch, dass beim Herausnehmen Wasser auf anderes Geschirr tropft.
Vielleicht schaust du jetzt neugierig unter dein Lieblingshäferl und findest überhaupt keine Aussparung. Nicht alle Hersteller verwenden diese Bauweise. Manche Tassen haben einen flachen Boden, andere einen anders geformten Standring. Außerdem können Kerben je nach Herstellungsverfahren auch andere Gründe haben.
Die kleinen Öffnungen sind deshalb kein eindeutiges Qualitätsmerkmal und garantieren auch nicht, dass nach dem Spülgang wirklich jeder Tropfen verschwunden ist.