Sommer im Kalender, Herbst auf dem Rasen: Wer derzeit durch den Garten geht, entdeckt mancherorts bereits überraschend viele braune Blätter. Birken, Buchen und andere Laubbäume beginnen teilweise deutlich früher als gewohnt, ihr Blätterkleid auszudünnen.
Für Gartenbesitzer bedeutet das: Der Rechen kann schon im August aus dem Schuppen. Denn wer das erste Laub früh entfernt, macht sich später weniger Arbeit – und tut vor allem seinem Rasen etwas Gutes.
Dass manche Bäume bereits im August Blätter verlieren, kann eine Reaktion auf Hitze und Trockenheit sein. Gerät ein Baum unter Wassermangel, versucht er, seinen Verbrauch zu reduzieren. Da über die Blätter viel Wasser verdunstet, kann ein vorzeitiger Blattabwurf eine Schutzreaktion sein. Teilweise trennen sich gestresste Bäume auch von Früchten oder einzelnen Ästen. Ein verfrühter Blattfall bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Baum abstirbt.
Jana Glombitza von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft warnt davor, jedes früh abgefallene Blatt gleich als "Todesurteil" zu betrachten. Nach Trockenstress können sich Bäume durchaus wieder erholen – entscheidend ist unter anderem, wie sich die Wasserversorgung entwickelt.
Fürs Harken hat der frühe Blattfall sogar einen kleinen Vorteil: Frisch gefallenes Laub ist meist trocken, locker und leicht. Dadurch lässt es sich deutlich einfacher zusammenrechen als eine schwere, nasse Blätterschicht nach mehreren Regentagen.
Auf dem Rasen solltest du größere Mengen nicht dauerhaft liegen lassen. Eine dichte Laubdecke nimmt den Grashalmen Licht und Luft und hält Feuchtigkeit am Boden. Das kann den Rasen schwächen und ungünstige Bedingungen für Pilzerkrankungen schaffen. Wer bereits jetzt viel Laub im Garten hat, kann den Rasen deshalb regelmäßig davon befreien – statt zu warten, bis sich im Herbst eine dicke Schicht angesammelt hat.
Was auf dem Rasen stört, kann an anderer Stelle im Garten ausgesprochen nützlich sein. Unter Bäumen, Hecken und Sträuchern darf Laub vielerorts liegen bleiben. Dort bildet es eine natürliche Schutzschicht, hält Feuchtigkeit im Boden und wird nach und nach von Bodenorganismen zersetzt. Gleichzeitig bieten Laubhaufen zahlreichen Tieren einen Rückzugsort. Auch Igel können geschützte Laub- und Reisighaufen als Winterquartier nutzen.
Auf Wegen und Stufen sieht die Sache anders aus. Feuchtes Laub kann dort schnell rutschig werden und sollte deshalb zeitnah entfernt werden.
So bequem Laubsauger erscheinen, für kleine Gartenbewohner können sie zum Problem werden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) rät von ihrem Einsatz ab: Mit den Blättern können auch Spinnen, Käfer, Asseln und andere Kleintiere eingesaugt werden. Geräte mit Häckselfunktion können die Tiere zusätzlich verletzen oder töten.
Die schonendere Variante bleibt deshalb erstaunlich altmodisch: Rechen oder Besen schnappen und selbst loslegen.