Man zieht ihn über, ohne groß darüber nachzudenken: das gemütliche Sweatshirt. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt bei vielen Modellen ein kleines Detail direkt unter dem Kragen – ein V-förmiges Stück Stoff oder eine entsprechende Naht. Während die meisten es für ein reines Designelement halten, steckt hinter dem kleinen V aber eine überraschende Geschichte aus der Sportwelt.
Das sogenannte "V-Insert" (manchmal auch "V-Stitch" genannt) stammt aus der Anfangszeit des Sweatshirts: In den 1920er-Jahren wurden die Pullover ursprünglich für Sportler entwickelt, etwa als bequemere Alternative zu Wolltrikots im Football. Das V bestand damals aus einem zusätzlichen Stück Baumwolle am Kragen. Die Funktion war einfach: Das Stoffstück sollte Schweiß aufnehmen und verhindern, dass der Halsbereich feucht bleibt.
Neben dem Schweißschutz hatte das kleine Dreieck noch einen weiteren Vorteil: Das eingesetzte, oft gerippte Stoffstück machte den Kragen elastischer. Dadurch ließ sich der Pullover leichter über den Kopf ziehen, ohne dass der Ausschnitt ausleierte. Gerade für Sportler, die ihre Kleidung schnell an- und ausziehen mussten, war das ein wichtiger funktionaler Vorteil.
Der Bereich rund um Hals und Schultern wird bei Pullovern besonders stark belastet – zumindest jedes Mal, wenn man ihn anzieht. Das "V-Insert" verstärkte diese Stelle zusätzlich und sorgte dafür, dass der Stoff weniger schnell ausleierte oder beschädigt wurde: Dadurch blieb der Kragen länger in Form und der Pullover insgesamt haltbarer.
Mit der Zeit veränderten sich Materialien und Herstellungsverfahren: Moderne Stoffe sind elastischer und robuster, weshalb das ursprüngliche Funktionsdetail oft gar nicht mehr nötig ist. Viele Marken nähen deshalb nur noch eine V-förmige Naht in den Kragen, ohne extra Stoff. Das Detail verleiht heute dem Pullover meist nur noch einen Vintage-Look.