DNA-Gutachten belastet Verdächtige im Fall Leonie schwer

Leonie am Schiff am Mondsee (Foto von Mutter ausgewählt)
Leonie am Schiff am Mondsee (Foto von Mutter ausgewählt)privat
Das DNA-Gutachten im Fall Leonie umfasst knapp 40 Seiten: Darin werden die Verdächtigen belastet und die Todesursache der 13-Jährigen erklärt.

Auf 38 Seiten zeigt das Gutachten das Grauen der mutmaßlichen Tat der vier Afghanen, die Spuren wurden am 7. und 20. Juli vom Landeskriminalamt Wien (im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien) an Gutachterin Christa Nussbaumer übergeben. Christa Nussbaumer gilt als Koryphäe auf ihrem Gebiet, als "Mrs. CSI Mödling". Akribisch untersuchte sie die sichergestellten Spuren auf der Leiche, Spuren am Körper der Verdächtigen, der Kleidung und des Schmuckes des Opfers sowie die Spuren aus der Wohnung des Verdächtigen (vor allem Klo, Bad, Wohnzimmer, Bettwäsche).

Und das Zwischengutachten der Staatsanwaltschaft Wien zeigt: Leonie starb einen Erstickungstod samt Überdosis. Die chemisch-toxikologische Untersuchung zeigte, dass Leonie an einer MDA (Methylendioxyamphetamin)-Überdosierung (synthetisch halluzinogene Droge, wurde in den 60er-Jahren in den USA als "Liebesdroge" bekannt) starb. Auch Spuren von MDMA und MDEA sowie THC wurden gefunden.

16-Jähriger belastet

Die DNA-Spuren sind laut Expertise mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Leonie (13) zuzuordnen. An der linken Handseite, linken Oberarm, rechten Oberschenkel und Halsrückseite sowie Genitalbereich wurden zwei Mischspuren gefunden. Diese Spuren sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Leonie und dem 16-jährigen Afghanen zuzuordnen. Jener 16-Jährige, der behauptet, Leonie sei seine Freundin gewesen.

Im rechten Brustbereich des Mädchens wurde vier DNA-Mischspuren gefunden: Leonie, der 16-Jährige sowie zwei nicht zuordenbare Personen. Auch auf einigen, anderen Körperstellen von Leonie konnten vier verschiedene DNA-Mischspuren gefunden werden: Häufig dabei: der 16-jährige Afghane, ab und zu Treffer: der 18-jährige Wohnungsmieter.

Der 22-jährige Afghane, der noch in Großbritannien ist, wird indes vom Gutachten im Intimbereich schwer belastet. Der 16-Jährige und auch der 18-Jährige (seine Rolle ist immer noch unklar, Anm.) haben zudem DNA-Spuren von Leonie im Intimbereich (Spurensicherung Amtsarzt Polizeianhaltezentrum).

Auch auf der Kleidung von Leonie wurden viele Spuren der tatverdächtigen Afghanen gefunden.

23-Jähriger "nur" Dealer

Der DNA-Auswertung zur Folge dürften drei Tatverdächtige (16, 18, 22) engeren Kontakt zu Leonie gehabt haben, zumindest zwei (16, 22) sollen sich am Mädchen vergangen haben. Die Aussagen des vierten Afghanen, der nur Drogendealer gewesen sein will, wurden durch das DNA-Gutachten untermauert - es wurde keine Spur des 23-Jährigen gefunden.

22-Jähriger erst 2022 in Österreich

Der verdächtige 22-Jährige dürfte frühestens im Jänner 2022 ausgeliefert werden, bleibt bis dahin in England. Die Ermittlungen gegen die Verdächtigen laufen weiter. Die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Wien: "Der 23-Jährige wird im Gutachten nicht belastet, befindet sich aber ohnedies nicht mehr in Untersuchungshaft. Es ist nur ein Zwischen- und nicht der Abschlussbericht. Es bedarf noch weiterer Abklärungen", so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien am Dienstagvormittag.

Leonie war Ende Juni von Passanten leblos an einem Baum lehnend in Wien-22 gefunden worden. Der Tod der 13-jährigen Tullnerin sorgte bundesweit für Entsetzten. In der Folge wurden vier verdächtige Afghanen festgenommen. Leonie wurde am 20. August am Friedhof Simmering beerdigt - mehr dazu hier. Die Familie von Leonie wird weiterhin von Opferanwalt Florian Höllwarth vertreten, der eine Amtshaftungsklage in Erwägung zieht.

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VergewaltigungDonaustadtTulln an der Donau

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