Leonies Eltern: "War kein Femizid, das war Kindsmord"

Trauer um die lebenslustige Leonie.
Trauer um die lebenslustige Leonie.apa/picturedesk ("Heute"-Montage)
Leonies Eltern stellen klar: "Es steht oft Frauenmord, das war ein Kindsmord", so der Vater. Und: "Leonie hatte keinen Freund, der Typ lügt doch."

Am Donnerstag versuchte die Familie in der Natur etwas Abstand zu gewinnen. "Wir wollen uns einfach ein wenig ablenken", sagt Papa Hannes W. am Freitagmittag im Gespräch mit "Heute".

"Überall Kids"

Am Abend holten die Eltern ihre älteste Tochter aus Krems ab. "Überall in Krems saßen Jugendliche, tranken, feierten, von 12 bis 25 Jahre. Die Polizei fuhr vorbei. Nur solange alles friedlich ist, schreitet keine Polizei ein. Die Kids sind in Sommer- und Feierstimmung. Und sofort dachten wir an Leonie", berichten die Eltern.

"Macht mich sprachlos"

Die Eltern versuchen sich derzeit abzulenken (so gut es geht), der Vater sagt: "Manchmal denke ich mir, ich lese das alles rund um Leonie nicht. Aber dann kann ich nicht anders und dann las auch ich den Artikel vom Mordfall Manuela in Wr. Neustadt. Jene 16-Jährige, die von einem 19-jährigen Asylwerber grausam getötet und danach geschändet worden war. Die arme Mutter, die noch eine Tochter im Kindergartenalter hat, bekam nicht mal die Reha genehmigt. Das macht mich sprachlos. Was ist da los?"

"Leonie hatte keinen Freund. Die Verteidigung des 16-jährigen Afghanen ist doch lebensfremd", sagen die Eltern.

Beide Elternteile sind sich einig: "Da wird immer von Frauenmorden geredet und geschrieben. Der Fall Manuela und der Fall unserer Leonie sind keine Frauenmorde, das sind Kindsmorde."

Zu der Verteidigung des 16-Jährigen sagt die Mutter nur: "Leonie hatte zuletzt keinen Freund, kurz eine Schwärmerei mit einem Österreicher (Anm.: Die Mutter erzählte "Heute" die kurze Liebesgeschichte von Leonie und einem älteren Bursch, hat aber mit der Tat nichts zu tun). Das ist doch eine lebensfremde Schutzbehauptung von dem Typen", sagt Melanie P. "Und wenn die Rettung dort war, dann muss es ein Protokoll geben. Weil die Rettung muss wirklich zu jedem Einsatz fahren. Ich weiß dies aus der Praxis", ergänzt Vater Hannes W.

"Arbeiten mit Asylwerbern"

Mutter Melanie P. (40) und Vater Hannes W. (39) sind beide in Sozial- bzw. Gesundheitsberufen tätig (er ist Notfallsanitäter, sie ist Pflegerin): "Wir beide haben ja in unserem Beruf genug mit Asylwerbern zu tun. Und nein, man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Nur: Bei straffälligen Asylwerbern fehlt mir jedes Verständnis. Warum dürfen die hier bleiben? Jemand der geraubt, getötet, missbraucht oder geschlagen hat, hat doch sein Recht auf Schutz verloren. Andererseits werden integrierte Schüler abgeschoben. Und dann heißt es immer: So sind die Gesetze. Ich verstehe zum Beispiel die australische Einwanderungspolitik."

In sozialen Netzwerken und im "Dorftratsch" werden die Eltern als schlechte Eltern mit fragwürdigen Erziehungsmethoden dargestellt. "Schau, ihr wart bei uns, konntet Euch ein Bild machen von Leonies Umgebung. Wir wollten unser Kinder nie zu etwas zwingen, sie entfalten lassen. Leonie war besonders rebellisch, ein echter Freigeist, testete Grenzen aus. Und sie hatte halt ältere Freunde, wäre selbst im November 14 geworden. Ihre beste Freundin war 15", sagt der Vater - mehr dazu hier.

Oft wütend nach Wien

"Nicht nur einmal bin ich, manchmal mit meiner älteren Tochter, nach Wien gefahren und habe Leonie gesucht und habe Leonie dann zum Beispiel aus dem Prater rausgeholt und ihre älteren Freunde dann sogar angeschrien, dass sie mein Mädchen in Ruhe lassen sollen. Wirklich gebracht hat das langfristig nichts. Leonie traf ihre Freunde wieder. Ich hätte sie einsperren müssen", so Melanie P. im Telefonat mit "Heute" am Freitag.

Die Eltern hatten auch mit dem Jugend zusammengearbeitet: Die Fachabteilung Kinder- und Jugendhilfe bestätigte dies auf Nachfrage, wobei Mutter, Vater und Kind kooperativ waren.

"Und selbst wenn mein Kind um 2 Uhr früh am Donaukanal ist, gibt das keinem Typen der Welt das Recht, sich an meiner Kleinen zu vergehen", so die Mutter, die nun hofft, dass auch bald der vierte Verdächtige gefasst wird. "Dass zumindest die Verdächtigen bald vor Gericht kommen", darauf hoffen nun die Eltern, die Leonies Zimmer mit schönen Bildern der 13-Jährigen schmücken, um ihre geliebte Tochter in bester Erinnerung zu behalten.

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MordWienTulln an der Donau

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