Leonie bekam 11 Ecstasy – Eltern: "Wollen keinen Cent"

Leonie am Schiff am Mondsee (Foto von Mutter ausgewählt)
Leonie am Schiff am Mondsee (Foto von Mutter ausgewählt)privat
Leonies (13) wurde vor ihrem Tod mit bis zu elf Tabletten betäubt. Ihre Eltern waren mittlerweile beim Bestatter und wollen nun einiges klarstellen …

Anders als in sozialen Medien, wo viel Hass gesät wurde, sprechen Eltern aus allen Teilen des Landes Leonies Eltern per persönlichem Brief via Opferanwalt Florian Höllwarth Mut zu. "Das gibt uns Kraft", so Melanie P. (40), die am Mittwochabend beim Besuch von "Heute" in Tulln an der Donau ein handgeschriebenes, rührendes Schriftstück von einer Familie aus St. Gilgen (Salzburg) in den Händen hält.

"Natürlich rede ich derzeit auch recht viel mit meiner Familie in Deutschland, sie wollen ja einiges wissen", so die gebürtige Nürnbergerin Melanie P. (40). Im Umgang der Eltern mit Leonies Geschwister (15, 16, 19, 19) merkt man, dass die Eltern derzeit für ihren Nachwuchs besonders da sein wollen, gleichzeitig aber den Teenagern Freiraum gewähren wollen. 

Urlaubstage sparen

Auch die Betriebe der Eltern wollen helfen – sparen Urlaubstage und sammeln Geld, damit die Eltern nach dem Monat Krankenstand (einstweilen bis 26. Juli 2021 – also ein Monat nach dem tragischen Tod von Leonie) weiterhin trauern können. "Geld wollen wir keines, wir nehmen auch keinen Cent für Interviews. Diese Behauptung lese ich immer in sozialen Medien und macht mich sprachlos. Ihr wisst es doch am besten", räumt Melanie P. gegenüber "Heute" mit den Vorverurteilungen auf.

Am Mittwoch waren die Eltern bei der Bestattung: "Eine Angelegenheit von 20 Minuten. Wir haben uns ein Angebot eingeholt, ein Mäppchen mitgenommen und das war es schon wieder", so Melanie P. "Wichtig ist uns, dass unsere Tochter nicht so schnell vergessen wird", sind sich die Eltern einig.

Leonie, die Löwin

Leonie (nach dem Film „300“, wäre als Bub Leonidas oder Leon getauft worden - Leon bezieht sich auf den Löwen) hatte den falschen Männern vertraut und die Gutgläubigkeit mit dem Tod bezahlt. Denn die Afghanen sollen der 13-Jährigen in der Donaustädter Wohnung bis zu elf Ecstasy verabreicht haben und dann über das Mädchen hergefallen sein. Leonie wehrt sich noch, doch mit der vollen Wirkung der Tabletten war sie schließlich hilflos.

Drei Verdächtige sitzen in U-Haft, ein Afghane, ein Boxer (22), könnte sich laut Zeugen über Innsbruck nach Italien abgesetzt haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Tulln an der DonauWien

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