Seit der Einführung des elektronischen Einreisesystems der EU im Oktober zeigt sich eine erste Bilanz: Zehntausenden Menschen wurde die Einreise verweigert – darunter auch Hunderte mit Sicherheitsbedenken.
Wie die EU-Kommission mitteilte, konnten seit dem Start rund 27.000 Drittstaatenangehörige nicht einreisen. Mehr als 700 davon seien als "Sicherheitsrisiko" eingestuft worden. Insgesamt wurden 51,5 Millionen Ein- und Ausreisen erfasst.
Mit dem Entry-Exit-System (EES) will die EU Bewegungen von Drittstaatenangehörigen genauer nachvollziehen. Neben der Erfassung von Ein- und Ausreisen sollen auch überzogene Aufenthalte und bestehende Einreiseverbote dokumentiert werden. Statt eines Stempels im Reisepass kommen dabei biometrische Daten wie Gesichtserkennung oder Fingerabdrücke zum Einsatz.
Ziel ist es, Abläufe an den Grenzen zu beschleunigen und gleichzeitig Kriminalität sowie Terrorismus besser zu bekämpfen. Laut EU-Kommission gilt das System als das "modernste IT-Grenzsystem der Welt" und soll insbesondere Betrug bei Dokumenten und Identitäten zuverlässig erkennen.
In Österreich war bereits am 30. März auf allen Flughäfen eine 100-prozentige Erfassung erreicht. Seit dem Start im Oktober wurden hierzulande über eine Million Menschen registriert, der Großteil davon in Wien, heißt es aus dem Innenministerium gegenüber "Heute". Im Einsatz stehen zahlreiche technische Systeme – von Kameras bis hin zu Selbstbedienungsstationen und mobilen Kontrollen.
Auch erste Zahlen zeigen Wirkung: Missbräuchliche Wiedereinreiseversuche sind zurückgegangen, während Verstöße bei der Ausreise konsequenter erkannt werden. Gleichzeitig wurde personell aufgestockt: Am Flughafen Wien sind aktuell mehr als 800 Polizisten im Einsatz, darunter über 200 Grenzpolizeiassistenten. Für die bevorstehende Reisesaison sollen zusätzlich rund 55 Beamte dazukommen – insgesamt ist die Personalstärke in den vergangenen Jahren um rund 30 Prozent gestiegen.
Am neuen System beteiligen sich nahezu alle EU-Staaten sowie mehrere Nicht-EU-Länder wie Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz. Nur Irland und Zypern nehmen nicht teil.