Influencerin und Creatorin (BestFans, OnlyFans) Anne Wünsche (35) will erstmals Erotik-Content mit einem männlichen Partner drehen – ein Schritt, den sie lange für sich ausgeschlossen hatte. Im Interview spricht sie über den Weg dorthin, ihre Tabus, ein abgelehntes 20.000-Dollar-Angebot und die Angst, irgendwann keinen normalen Sex mehr haben zu können.
Ja, das stimmt. Ich habe ehrlicherweise das Gefühl, dass ich auf diesen Plattformen von Jahr zu Jahr offener werde und immer mehr ausprobieren will. Angefangen habe ich mit Dessous-Bildern. Ganz schnell habe ich mich dann oben ohne gezeigt, später nackt – und letztes Jahr kamen die ersten Videos mit Toys dazu.
Definitiv ein längerer Prozess über Jahre. Wichtig ist mir aber, dass ich solche Entscheidungen niemals wegen des Geldes treffe, sondern nur, weil ich es wirklich will. Klar, anfangs werden sicher ein paar tausend Euro mehr reinkommen. Aber langfristig würde es mich kaputt machen, wenn ich nicht dahinterstehen könnte.
Bis jetzt gibt es noch keinen potenziellen Kandidaten. Aber ja – vermutlich schon.
Darüber habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Bisher ist nur die Vorstellung da, es mal auszuprobieren. Wie weit es dann geht und wie oft, wird man sehen.
Nein, es gibt noch niemanden. Ich glaube auch nicht, dass ich mir einfach jemanden aussuche und dann mit ihm im Zimmer verschwinde. Es muss einen Vibe geben, es muss auch zwischenmenschlich passen. Genau wie bei den Videos mit Toys drehe ich nicht auf Anfrage – wenn mir danach ist, nehme ich einfach die Kamera dazu. Ich möchte keinen Druck von außen, sonst macht es mir ganz schnell keinen Spaß mehr.
Er muss mir definitiv optisch gefallen, gepflegt sein und nicht schüchtern. Ein bisschen wie beim Dating: Es muss einfach passen.
Für niemanden war das eine große Überraschung, um ehrlich zu sein. Ich gehe mit dem Thema ziemlich offen um und habe ein Umfeld, das mich unterstützt.
Mir ist klar, dass viele so denken. Aber Aufmerksamkeit bekomme ich auch, wenn ich ganz normale TikToks drehe und über bestimmte Themen rede – dafür muss ich mich nicht ausziehen. Über mich wird geredet, seit ich 2011 in die Öffentlichkeit getreten bin. Dass ich das alles nur für Aufmerksamkeit mache, ist also Bullshit. Und ehrlich gesagt: Die Leute können sich doch freuen, dass ich ihnen immer neue Gesprächsthemen liefere.
Eines meiner wichtigsten Tabus, das ich bisher auch zu 100 Prozent eingehalten habe: Ich drehe nur Content, wenn MIR danach ist. Kein Content, nur weil ein Kunde sich das wünscht. Ich habe nämlich große Angst davor, irgendwann keinen normalen Sex mehr haben zu können, weil ich immer an Content denken muss.
Ich bin 35 und will mir das nicht kaputt machen. Irgendwann bin ich hoffentlich wieder vergeben, und dann darf sich das nicht wie ein Job anfühlen, sondern muss echt bleiben. Mir wurden schon 20.000 Dollar für ein Special-Video geboten – ich habe abgelehnt, weil ich an dem Abend einfach keine Lust dazu hatte. Ich mache Content, wenn ich es will, und nehme das Handy dann eben dazu. So soll es auch bleiben.
Ja, sobald es mir keinen Spaß mehr macht. Dieser Punkt wird sicher irgendwann kommen, aber bis jetzt ist er noch nicht da. Ich liebe es, dass ich mit solchen Videos so viel Geld verdienen kann und dass die Männer es lieben. Viele können sich das nicht vorstellen, aber meine Grenzen liegen einfach woanders