Tierische Studie

Katzen brauchen Artgenossen? Das sagen die Forscher

Eine neue Untersuchung stellt eine weitverbreitete Überzeugung infrage und zeigt, dass Gesellschaft nicht jede Samtpfote glücklich macht.
18.10.2026, 08:22
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Wer eine Katze bei sich aufnehmen möchte, bekommt häufig denselben Ratschlag: am besten gleich zwei! Schließlich sollen die Tiere nicht einsam sein. Doch was gut gemeint ist, kann unter Umständen genau das Gegenteil bewirken. Eine neue Studie aus Dänemark zeigt nämlich, dass das Zusammenleben mit Artgenossen für manche Katzen sogar mit gesundheitlichen Problemen und Stress verbunden sein kann.

Mehr Katzen, mehr Probleme?

Für die im September 2026 im Fachjournal Applied Animal Behaviour Science veröffentlichte Untersuchung analysierten Forscher die Angaben von Haltern zu insgesamt 1.714 Katzen. Dabei verglichen sie das Wohlbefinden von Tieren in Einzel- und Mehrkatzenhaushalten.

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Das überraschende Ergebnis: Mit zunehmender Katzenzahl stieg auch das Risiko für bestimmte gesundheitliche und verhaltensbedingte Probleme. Dazu gehörten unter anderem Blasenentzündungen, Durchfall, Verstopfung sowie Unsauberkeit und Harnmarkieren.

Besonders interessant: Katzen, die als wenig verspielt, zurückhaltend oder inaktiv beschrieben wurden, zeigten in Mehrkatzenhaushalten häufiger Anzeichen eines beeinträchtigten Wohlbefindens. Nervöse und ängstliche Tiere hingegen hatten in Einzelhaltung teilweise größere Probleme. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass die Ergebnisse Zusammenhänge zeigen und nicht beweisen, dass die Gesellschaft anderer Katzen unmittelbar krank macht.

Nicht jede Katze möchte einen Mitbewohner

Der Grund liegt möglicherweise in der besonderen Sozialstruktur unserer Stubentiger. Anders als Hunde sind Katzen keine klassischen Rudeltiere. Zwar können sie enge Freundschaften mit Artgenossen schließen, doch ebenso gibt es Tiere, die ihr Revier und ihre Ressourcen lieber für sich behalten. Gerade bei Wohnungskatzen kann das Zusammenleben schwierig werden, wenn Rückzugsorte fehlen oder mehrere Tiere dieselben Futterstellen, Schlafplätze und Katzentoiletten nutzen müssen.

Mehr Freiheit - mehr Freunde!

Auch Freigang spielte in der Studie eine wichtige Rolle: Katzen mit uneingeschränktem Zugang ins Freie zeigten seltener bestimmte Probleme. Dieser Zusammenhang war in Mehrkatzenhaushalten besonders ausgeprägt. Eine mögliche Erklärung ist, dass sich die Tiere bei Bedarf besser aus dem Weg gehen können.

Was sagt unser Gesetz nochmal?

Entgegen einer häufig verbreiteten Annahme ist die Einzelhaltung von Katzen in Österreich nicht grundsätzlich verboten, auch wenn Tierschutzorganisationen gerne Stubentiger zu zweit vermitteln. Viel wichtiger für Wohnungskatzen sind unter anderem Beschäftigungsmöglichkeiten, erhöhte Rückzugsplätze und geeignete Optionen zum Krallenschärfen, Werden mehrere Katzen gemeinsam gehalten, muss jedes Tier über einen eigenen Rückzugsbereich verfügen.

Das bedeutet allerdings keineswegs, dass Einzelhaltung immer die bessere Wahl ist, denn besonders junge, miteinander aufgewachsene oder eng befreundete Katzen können sehr von einem Artgenossen profitieren.

Glück hängt nicht von der Anzahl ab

Die wichtigste Erkenntnis der Studie: Nicht die Zahl der Katzen entscheidet allein über ihr Wohlbefinden, sondern vor allem ihre individuellen Bedürfnisse, ihr Charakter und ihre Lebensbedingungen. Wer bereits eine Katze besitzt, sollte deshalb nicht automatisch einen zweiten Stubentiger anschaffen, nur weil er glaubt, seinem Liebling damit etwas Gutes zu tun.

Denn während manche Katzen gemeinsam kuscheln, spielen und ein Leben lang unzertrennlich bleiben, empfinden andere einen zusätzlichen Mitbewohner möglicherweise als dauerhafte Belastung.

red, 18.10.2026, 08:22
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