Ein Schwung aus dem Handgelenk, ein kurzer Flug durch die Luft und möglichst eine sichere Landung in der Pfanne: Beim Finale der Palatschinkenschupf-Staatsmeisterschaft drehte sich am Mittwoch in Wien alles um den österreichischen Küchenklassiker.
Mehr als 70 Menschen aus allen Bundesländern hatten Videos ihrer persönlichen Schupftechnik eingereicht. Eine Jury wählte daraus fünf Finalisten aus, die im Gusto Foodstudio in Wien gegeneinander antraten.
Bewertet wurden die Technik und die erreichte Höhe, die sichere Landung der Palatschinke sowie der persönliche Auftritt. Gefragt waren dabei nicht nur saubere Bewegungen, sondern auch Kreativität und Unterhaltung.
Am Ende überzeugte Jing Chen die Jury. Der gebürtige Wiener studierte Physik, wechselte später jedoch in die Gastronomie und betreibt inzwischen sechs Restaurants. In den sozialen Medien zeigt er außerdem Gerichte aus der asiatischen Küche.
Zum Finale brachte Chen einen Wok mit. Als er die Darbietungen seiner Konkurrenten sah, entschied er sich spontan, diesen auch für seinen Auftritt zu verwenden.
"Den Wok hatte ich einfach so dabei, aber als ich die Top-Performance der anderen Teilnehmer:innen gesehen hab, musste ich mir ganz schnell etwas einfallen lassen. Also habe ich meine Palatschinke in alle Richtungen geschupft und zum Abschluss in luftige Höhen geschickt", erzählte Chen.
Die ungewöhnliche Darbietung brachte ihm schließlich den Staatsmeistertitel ein. Seinen wichtigsten Ratschlag für einen gelungenen Palatschinken-Salto fasste er knapp zusammen: "Unbedingt locker bleiben, wenn man angespannt ist, funktionierts meistens nicht."
Beim Belag bleibt der neue Staatsmeister deutlich klassischer als bei seiner Schupftechnik. Auf die Frage nach seiner Lieblingsvariante musste Chen nicht lange überlegen. "Eispalatschinken. Mit Vanilleeis, Schlagobers, Schokosauce und Staubzucker – davon dann gerne 20.000", sagte er lachend.
Eine deutlich ungewöhnlichere Idee hätte der Gastronom ebenfalls: "Eine Leberkaspalatschinke, mit süßem Senf, das wäre schon eine Idee. Mal schauen, ob das gut ankommt", erklärte Chen.
Auch erste Überlegungen für ein gemeinsames Palatschinken-Pop-up im kommenden Jahr wurden beim Finale angesprochen. Konkrete Pläne dazu gibt es bislang allerdings nicht.