Lifestyle-Inflation: Deshalb bleibt dir nie Geld übrig

Gerade für einen Urlaub wird oft viel Geld ausgegeben (Symbolbild).
Gerade für einen Urlaub wird oft viel Geld ausgegeben (Symbolbild).Getty Images
Bei vielen Menschen wird gerade am Monatsende das Geld knapp. Ein Grund dafür ist die Lifestyle-Inflation. Das hat es mit dem Phänomen auf sich.

Geld sparen fällt vielen Menschen schwer. Neben Miete, Auto, Handykosten möchte man auch in der Freizeit selten auf etwas verzichten. Dabei ist ein kleiner Finanzpolster in allen Lebenslagen hilfreich. Auch sollte man die Altersvorsorge nicht außer Acht lassen. 

Lebensstandard erhöht sich mit steigendem Einkommen

Warum gerade besonders die Mittelschicht weniger zur Seite legen kann, hängt mit der Lifestyle-Inflation zusammen. Der Begriff beschreibt den Effekt, dass sich der Lebensstandard mit steigendem Einkommen erhöht. Was in der Vergangenheit vielleicht als Luxusgut galt, wird zu einem Muss im Leben, erläutert Florian Märzendorfer, von der Finanzberatung FiP.S, auf deren Website.

Schleichender Prozess

Mit mehr Gehalt beginnen die meisten Menschen automatisch auch mehr Geld auszugeben. Ein Beispiel: Als Student ist man mit einem Zehn-Quadratmeter-Zimmer in einer WG zufrieden und fährt mit den Öffis oder dem Fahrrad zur Uni. Mit dem ersten Job zieht man dann in die erste richtige Wohnung ein und legt sich vielleicht ein Auto zu. Mit einer Gehaltserhöhung wird dann plötzlich häufiger auswärts gegessen. Luxusurlaube, Shopping-Touren und eine größere Wohnung folgen.

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Das bedeutet, dass bei einer Gehaltserhöhung nicht die Sparquote größer wird, sondern das Konsumbudget. Mit mehr Geld kann man sich schließlich auch mehr Sachen leisten. Der Effekt tritt jedoch nicht plötzlich auf, sondern schleichend.

Mit der Lifestyle-Inflation ist es ähnlich wie mit der Inflation an sich. Du bemerkst sie am Anfang nicht. Rund 1,5 bis drei Prozent im Jahr fallen zuerst kaum auf. Wenn man dann die Preise aber nach zehn oder 20 Jahren vergleicht, kostet ein Bier oder Schnitzel plötzlich 20-30 Prozent mehr als früher.

Trotz Gehaltserhöhung weniger Geld am Konto

Auch die Lifestyle-Inflation beginnt zunächst mit kleineren Beträgen zusätzlich, die sich dann immer weiter summieren. Zuerst sind des nur die Restaurantbesuche, dann legst du dir neben Netflix noch ein zweites Streaming-Abo zu und das Smartphone wird ebenfalls häufiger erneuert.

Wir gewöhnen uns schnell an diese Dinge und wenn man sich erst mal an etwas gewöhnt hat, wird es schwierig wieder einen Schritt zurückzugehen. Der Effekt der Lifestyle-Inflation verhindert jedoch den Vermögensaufbau. Du verdienst zwar mehr, hast aber genauso viel bzw. wenig Geld am Ende des Monats übrig, wie in den Jahren zuvor.

Gründliches Finanzmanagement und Sparziele

Welche Strategien helfen nun, um gegenzusteuern? Im ersten Schritt solltest du dir einen Überblick über deine Finanzen verschaffen und dir überlegen, was du in deinem Leben wirklich brauchst. Wenn dir der nette Abend im Haubenlokal wichtig ist, solltest du ihn dir auch gönnen. Wenn du dich für technische Gadgets begeistert, kannst du auch dafür mehr Geld investieren. Wichtig ist jedoch, dass du nicht in allen Lebensbereichen der Lifestyle-Inflation zum Opfer fällst.

Also wäge ab, was dir wirklich wichtig ist und ob du beispielsweise das neueste Smartphone wirklich brauchst. Es geht darum, Konsumentscheidungen bewusst zu treffen.

Mit einem Haushaltsbuch kannst du dir alle Einnahmen und Ausgaben notieren. Analysiere deine Fixkosten und schau dir an, in welchen Bereichen du mehr ausgibst. Überleg dir auch ob die Beträge gerechtfertigt sind.

Setze dir im nächsten Schritt Sparziele und überlege dir genau, wofür du dein Geld auf die Seite legen willst. Mit einem konkreten Ziel ist die Motivation zum Sparen deutlich höher. Und mach dir bewusst, dass deine materiellen Besitztümer dich niemals definieren.

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