Größte Budget-Maßnahme

Lohnkosten-Deal: So viel sparen Firmen pro Mitarbeiter

Die Lohnnebenkosten sinken 2028 um einen Prozentpunkt. Im Schnitt spart ein Betrieb damit 380 € jährlich pro Mitarbeiter, bei 20 sind es schon 7.600 €
Angela Sellner
30.06.2026, 06:00
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die mit Abstand größte Entlastungsmaßnahme im Doppelbudget 2027/28 ist die Senkung der Lohnnebenkosten. Sie kommt ab 2028 in einem Volumen von zwei Milliarden Euro und macht damit rund 80 Prozent der gesamten geplanten Offensiv-Schritte aus.

Konkret werden die Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt gesenkt. Das erfolgt durch eine Reduktion des Dienstgeberbeitrags zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) von 3,7 auf 2,7 Prozent.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bis zu 12.000 neue Jobs

Die Senkung war eine langjährige Forderung der ÖVP und der Wirtschaft. Die heimischen Unternehmen stehen wegen der hierzulande hohen Arbeitskosten unter Druck. "Die Maßnahme soll die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts steigern und den Betrieben mehr Spielraum für Investitionen geben", erklärt VP-Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.

Laut einer Studie des Instituts EcoAustria birgt die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt zudem das Potenzial für die Schaffung von bis zu 12.000 neuen Arbeitsplätzen.

Finanzstaatssekreträrin Barbara Eibinger-Miedl /r.) und Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf (beide ÖVP) präsentierten Details zur Lohnnebenkostensenkung.
Elisabeth Feik
„Wer Arbeit leistbarer macht, stärkt Beschäftigung, Investitionen und den Standort.“
Tanja GrafWirtschaftsbund-Generalsekretärin (ÖVP)

Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf (ÖVP) sprach vor Journalisten von einem "wirtschaftspolitischen Meilenstein" und einem "starken Signal für alle Betriebe in Österreich".

380 Euro pro Mitarbeiter

Aber was bringt die Lohnnebenkostensenkung tatsächlich? Wieviel kann sich ein Betrieb dadurch ersparen? Tatsächlich wird jeder Arbeitgeber entlastet – und zwar bei jedem Beschäftigten. Die Lohnnebenkosten sinken um einen Prozentpunkt, die Ersparnis entspricht dann einem Prozent des Bruttolohns.

Ausgehend von einem mittleren Bruttojahreseinkommen von 38.043 Euro liege die Entlastung pro Mitarbeiter bei 380 Euro im Jahr, rechnet der Wirtschaftsbund vor. Bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 4,4 Beschäftigten beträgt die jährliche Entlastung pro Betrieb rund 1.672 Euro.

Personalintensive Unternehmen profitieren besonders.

Rechenbeispiele: Eine Firma mit 20 Beschäftigten erspart sich 7.600 Euro jährlich. Bei 100 Mitarbeitern sind es schon 38.000 Euro, bei 250 Beschäftigten ergibt die Lohnnebenkostensenkung eine Ersparnis von rund 95.000 Euro/Jahr.

"Firmen zahlen sich Entlastung nicht selbst"

Dass sich die Unternehmen die Lohnnebenkostensenkung wegen zusätzlicher Belastungen letztlich selbst zahlen, will Staatssekretärin Eibinger-Miedl nicht gelten lassen. Die Entlastung liege für 2028 bei netto rund 800 Millionen Euro – und werde in den darauffolgenden Jahren tendenziell steigen.

„Netto-Entlastung für Betriebe liegt 2028 bei rund 800 Millionen Euro.“
Barbara Eibinger-MiedlFinanzstaatssekretärin (ÖVP)

Unter anderem wird die Lohnnebenkostensenkung im Volumen von zwei Milliarden Euro 2028 mit folgenden Maßnahmen auf Unternehmerseite gegenfinanziert: 500 Millionen fließen aus der Ausweitung der FLAF-Beiträge auf Beschäftigte über 60 ins Budget, 300 Millionen kommen aus der erhöhten Bankenabgabe, 200 Millionen aus der Erhöhung der Körperschaftssteuer, weitere 200 Millionen aus Einschränkung des Gewinnfreibetrags. Auch Neuerungen bei den Arbeitslosenversicherungsbeiträgen tragen bei.

Eibinger-Miedl weist darauf hin, dass die Körperschaftssteuer nur für Unternehmen mit einem Gewinn von über einer Million Euro steige – diese Maßnahme treffe also kleinere Firmen nicht. Die erhöhte Bankenabgabe werde nur in dieser Branche schlagend. Netto ergebe sich so eben eine Entlastung von rund 800 Millionen Euro im Jahr 2028.

Steigen werde dieses Entlastungsvolumen in den Folgejahren unter anderem, weil Maßnahmen wie die erhöhte Bankenabgabe und die Einschränkung des Gewinnfreibetrags 2029 auslaufen. Zumindest aus jetziger Sicht.

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 30.06.2026, 10:44, 30.06.2026, 06:00
Jetzt E-Paper lesen