Tierisches Mysterium

Massensterben! Dutzende Flusspferde sterben hier

Ein rätselhaftes Flusspferd-Sterben erschüttert Afrikas ältesten Nationalpark. Mindestens 30 Tiere sind bereits verendet und jetzt weiß man warum.
06.11.2026, 12:17
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Ein erschütternder Anblick bietet sich derzeit im Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo: Seit September werden im Semuliki-Fluss immer wieder tote Flusspferde entdeckt. Mindestens 30 der gewaltigen Pflanzenfresser sind inzwischen verendet. Zunächst war unklar, was die Tiere tötete. Mittlerweile haben Laboruntersuchungen den schrecklichen Verdacht bestätigt: Milzbrand!

Tödlicher Erreger lauter im Boden

Ausgelöst wird die auch als Anthrax bekannte Infektionskrankheit durch das Bakterium Bacillus anthracis. Besonders heimtückisch: Seine Sporen können jahrzehntelang im Erdreich überleben und unter bestimmten Bedingungen wieder zur Gefahr werden.

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Gerade Flusspferde sind gefährdet. Während Trockenperioden konzentrieren sich die Tiere an wenigen Wasserstellen und fressen Gras besonders nahe am Boden. Dabei können sie mit den gefährlichen Sporen in Kontakt kommen. Besonders tragisch: Schon 2025 starben im Virunga-Nationalpark rund 65 Flusspferde an Milzbrand. Nun wiederholt sich das Drama.

Auch für Menschen ansteckend

Die Parkverwaltung ist alarmiert. Denn Milzbrand gehört zu den sogenannten Zoonosen und kann auch auf Menschen übertragen werden. Besonders gefährlich ist der Kontakt mit infizierten Tierkadavern oder der Verzehr von kontaminiertem Fleisch.

Milzbrand (Anthrax) ist eine schwere bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem Pflanzenfresser wie Rinder, Büffel und Flusspferde befällt. Die Erreger können in Form widerstandsfähiger Sporen jahrzehntelang im Boden überdauern. Auch Menschen können sich infizieren, etwa durch Kontakt mit erkrankten Tieren oder kontaminiertem Fleisch. Bei frühzeitiger Diagnose ist die Erkrankung mit Antibiotika behandelbar.

Die Bevölkerung wurde deshalb eindringlich davor gewarnt, tote Wildtiere zu berühren oder zu verarbeiten. Spezialisierte Teams überwachen das Gebiet und kümmern sich um die sichere Entsorgung der Kadaver.

Hoffnung nach dem großen Sterben

Immerhin gibt es einen vorsichtigen Hoffnungsschimmer: Laut Parkverwaltung wurden in den vergangenen zwei Wochen keine weiteren Todesfälle festgestellt. Starke Regenfälle könnten dazu beigetragen haben, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Entwarnung gibt es allerdings bisher nicht.

Für den berühmten Virunga-Nationalpark ist jeder Verlust schmerzhaft. Bei einer Zählung im Februar 2026 wurden dort noch mehr als 2.700 Flusspferde erfasst. Die mächtigen Tiere sind nicht nur faszinierende Bewohner des Schutzgebiets, sondern erfüllen auch eine wichtige ökologische Funktion. Nun hoffen die Naturschützer, dass die tödliche Seuche endlich gestoppt ist – bevor noch mehr der imposanten Dickhäuter sterben.

red, 06.11.2026, 12:17