Trotz Sparzwangs

Mehr Führungsjobs: Posten-Wirbel um Schumann-Ressort

Dass SP-Gesundheitsministerin Schumann im Ressort trotz Sparzwangs neue Führungsebenen schuf, macht koalitionsintern kein gutes Wetter, erfuhr "Heute"
Newsdesk Heute
26.06.2026, 11:41
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Schon das erste Doppelbudget der Dreier-Koalition diktierte allen Ressorts einen strengen Sparkurs, für die kommenden beiden Jahre 2027 und 2028 wird es noch mal härter. Jedes Ministerium ist zu Einsparungen angehalten, auch bei den eigenen Strukturen.

Was die Umsetzung dieses Kurses betrifft, eckt Sozial- und Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) in der Koalition zunehmend an, erfuhr"Heute". Denn während die einen an der Effizienzschraube drehen und beispielsweise Sektionen zusammenlegen, würden im Schumann-Ressort die Strukturen weiter aufgebläht, ärgert sich ein Insider.

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Zusätzliche Sektion

Tatsächlich zeigt sich anhand des Vergleichs von Organigrammen des Ministeriums, die "Heute" zugespielt wurden, dass zwischen Herbst 2025 und Jahresbeginn 2026 einige zusätzliche Ebenen eingezogen wurden.

Am auffälligsten ist die Schaffung gleich einer ganzen zusätzlichen Sektion. Die Zahl der Sektionen im Schumann-Ressort stieg damit von neun auf zehn. Die neue Sektion X bündele unter dem Titel "Gesundheitssystem und Digitalisierung des Gesundheitswesens" Aufgabenbereiche, die bisher in verschiedenen Bereichen angesiedelt waren, hieß es dazu aus dem Ministerium. Das mache auch Effizienzgewinne und mehr Reformtempo möglich.

In Zeiten des Spardrucks eine zusätzliche Sektion zu schaffen, macht freilich keinen guten Wind für Schumann in der Koalition. Zumal die SP-Ministerin zunehmend unter Druck gerät, weil bei den angekündigten Reformen des Gesundheitssystems und der Sozialhilfe nichts weitergehe. Auch die Fachkräftestrategie habe das Arbeitsministerium noch nicht unter Dach und Fach, wird die koalitionsinterne Kritik lauter.

Mehr Abteilungen

Neben der ganz neuen Sektion wurden auch weitere Strukturen im Schumann-Ministerium erweitert. So wurde der Bereich Arbeitsmarkt (Sektion IX) von zwei auf drei Gruppen aufgestockt.

Auch zusätzliche Stabs- und Kompetenzstellen wurden geschaffen, woraus durchaus eine Vergrößerung des Apparats – und ein Mehr an Führungspositionen – abzuleiten ist. Nicht nur, dass es zehn statt zuvor neun Sektionsleitungen gibt, teils wurden auch neue Gruppenleitungen eingesetzt. Zwar wurde in manchen Bereichen gestrafft – netto dürfte aber ein Zuwachs an Gruppenleiter-Positionen herausschauen.

Postenschacher-Vorwürfe

Schumanns Organisationsreform bedeutet zumindest in der Papierform mehr leitende Mitarbeiter.

Angesichts hoher Personalfluktuation in ihrem Kabinett und der strukturell bedingt neu zu vergebenen Führungsjobs sieht sich die Ministerin mit Postenschacher-Vorwürfen konfrontiert. Dass Schumann eine Sektionsleitung mit einer Mitarbeiterin aus ihrem Kabinett besetzte, brachte ihr eine parlamentarische Anfrage der Grünen ein.

In der Anfragebeantwortung wies Schumann die Vorwürfe strikt zurück: "Mein Ministerium hält sich bei allen Ausschreibungen an die Vorschriften des Ausschreibungsgesetzes."

Die nächste diesbezügliche Anfrage haben die Blauen freilich schon auf den Weg gebracht. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sieht "schwerwiegende Verdachtsmomente bezüglich problematischer Postenbesetzungen" und richtet einen detaillierten Fragenkatalog an Schumann.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 26.06.2026, 11:46, 26.06.2026, 11:41
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