Hohe Mieten, Energieschulden und finanzielle Engpässe bringen immer mehr Menschen unter Druck. Der "Wohnschirm" des Sozialministeriums soll verhindern, dass daraus Wohnungslosigkeit wird. Neue Zahlen mit Stand Ende Juli 2026 zeigen nun, wie stark das Förderprogramm genutzt wird.
Der Wohnschirm umfasst drei Bereiche: "Wohnschirm Miete" hilft dabei, Delogierungen zu verhindern. "Wohnschirm Housing First" unterstützt wohnungslose Menschen auf dem Weg in eigene vier Wände. Und "Wohnschirm Energie" springt ein, wenn Energieabschaltungen drohen.
Allein über die Schiene "Wohnschirm Miete" wurden seit dem Start im März 2022 insgesamt 18.736 Anträge bewilligt. Damit konnten 42.291 Menschen unterstützt werden – etwa durch Übernahme von Mietrückständen. In 44 Prozent der betroffenen Haushalte leben minderjährige Kinder, 45 Prozent der Haushalte mit Kindern sind Alleinerzieher-Haushalte.
„Niemand soll seine Wohnung verlieren, nur weil das Geld kurzfristig nicht reicht.“Korinna SchumannSozialministerin (SPÖ)
"Niemand soll seine Wohnung verlieren, nur weil das Geld kurzfristig nicht reicht", betont Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) gegenüber "Heute" den Fokus des Programms. "In einer Zeit, in der Wohnen für viele Menschen immer schwieriger leistbar wird, können wir nicht wegschauen. Wir müssen dort helfen, wo Menschen trotz Arbeit, trotz eigener Anstrengungen und trotz anderer Unterstützungen ihre Miete nicht mehr bezahlen können", so die SPÖ-Politikerin weiter.
Noch mehr beansprucht wird die Energie-Hilfe. Seit Anfang 2023 wurden 33.599 Anträge bewilligt. Insgesamt 90.827 Menschen profitierten von der Unterstützung, um drohende oder bereits erfolgte Strom- und Gasabschaltungen zu verhindern beziehungsweise aufzuheben.
Die durchschnittliche Unterstützung lag dabei bei 1.570 Euro. In den vergangenen neun Monaten wurden im Schnitt rund 120 Haushalte pro Monat unterstützt.
Auch beim Wohnschirm "Housing First" gibt es neue Zahlen. Seit Oktober 2024 wurden 3.157 Anträge bewilligt. Unterstützt wurden 1.815 Menschen beziehungsweise 1.061 Haushalte.
737 Wohnungen konnten vermittelt werden. 61 Prozent davon kamen von gemeinnützigen Bauvereinigungen, 30 Prozent waren private Mietwohnungen, neun Prozent entfielen auf den kommunalen Wohnbau.
Eine frühere Obdachlose, die durch Aufnahme in den Wohnschirm "Housing First" wieder eine Wohnung fand, sagt über das Programm: "Heute weiß ich: Das ist das Beste, was je ins Leben gerufen worden ist."
„Wir müssen Menschen auffangen, bevor aus einer finanziellen Krise Wohnungslosigkeit wird.“Korinna SchumannSozialministerin (SPÖ)
Trotz der angespannten Budgetlage wurde der Wohnschirm von der Regierung um weitere drei Jahre bis 2029 verlängert. Jährlich stehen dafür nun 28 Millionen Euro zur Verfügung. Alle fünf Parlamentsfraktionen stimmten dafür.
Für Schumann geht es um eine bewusste sozialpolitische Entscheidung: "Der Wohnschirm ist kein Luxus, sondern ein wichtiges Instrument unseres Sozialstaats. Deshalb haben wir ihn trotz der schwierigen budgetären Situation verlängert. Wir müssen Menschen auffangen, bevor aus einer finanziellen Krise Wohnungslosigkeit wird. Jeder verhinderte Wohnungsverlust ist ein Erfolg – für die betroffene Familie, für die Kinder und letztlich für unsere gesamte Gesellschaft."