Auch in Niederösterreich profitiert die FPÖ von der guten Stimmung für die Freiheitlichen. Laut einer aktuellen Umfrage (IFDD für den ORF NÖ) kommt die Partei von Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer bereits auf 30 Prozent. So gut lagen die Freiheitlichen noch nie. Zum Vergleich: 2023 war die FPÖ auf 24,2 Prozent gekommen.
Im Gegensatz dazu dürfte die ÖVP Niederösterreich vom Bundestrend nach unten gedrückt werden. Sie lag 2023 bei 39,9 Prozent. In der neuen Umfrage sind es immerhin noch 35 Prozent. Anders als im Bund kann die Volkspartei die Freiheitlichen aber deutlich auf Distanz halten.
Moderat verlieren würde die SPÖ – und zwar von 20,7 auf 19 Prozent. Damit ist nicht einmal mit der Schwankungsbreite von drei Prozentpunkten Platz zwei für die Partei von Sven Hergovich erreichbar. SPÖ-Chef Andreas Babler zieht also auch hier die Sozialdemokratie nach unten. Die blau-gelbe Landestruppe liegt aber deutlich über den Werten der Bundes-SPÖ.
Bergauf geht es – wie auch im Bund – für die Grünen. Sie könnten um 1,4 Prozentpunkte auf neun Prozent zulegen und damit den Abstand zu den Neos vergrößern. Die Pinken kommen nur mehr auf fünf Prozent (2023: 6,7 Prozent), müssen um den Verbleib im Landtag zittern.
Theoretisch wäre bei einem solchen Ergebnis sogar erstmals eine Regierung gegen die Volkspartei möglich – nämlich in Form von Blau-Rot. Die beiden kämen gemeinsam auf 49 Prozent, das wäre eine Mandatsmehrheit. IFDD-Meinungsforscher Christoph Haselmayer kommentiert das so: "Zwar hauchdünn, aber gemeinsam könnte man den Landeshauptmann oder die Landeshauptfrau stellen – und das ohne der Österreichischen Volkspartei."
Der Trost für die Schwarzen: In der Bevölkerung hätte eine solche Koalition kaum eine Chance. Nur acht Prozent sprechen sich für Blau-Rot aus. Weiterhin am beliebtesten: die amtierende Koalition aus ÖVP und FPÖ mit 35 Prozent. Mit der Arbeit dieser Koalition sind übrigens 60 Prozent sehr oder eher zufrieden – ein durchaus erfreuliches Zeugnis für ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Sie ist es auch, die in der Direktwahl-Frage die Nase eindeutig vorne hat. 40 Prozent der Niederösterreicher würden ihr die Stimme geben. Udo Landbauer käme auf 30 Prozent, SPÖ-Chef Sven Hergovich auf 20 Prozent.
Keine Rolle spielen bei dieser Frage Grünen-Chefin Helga Krismer (sechs Prozent) und Neos-Parteiobfrau Indra Collini (vier Prozent).
IFDD hat aber auch die Themen abgefragt, die den Niederösterreichern besonders unter den Nägeln brennen: Nach Jahren wurde das Thema Teuerung dabei von der Gesundheit abgelöst. Auf den Plätzen drei und vier: Zuwanderung und Asyl vor Wirtschaft und Arbeitsmarkt.