Wirbel um Spitals-Reform

"Nicht mit uns" – Landeschef macht Ansage an Regierung

Die Kritik an der Gesundheitsreform der Regierung wird immer lauter. OÖ-Landeshauptmann Stelzer erteilt Spitalsschließungen eine Absage.
Nicolas Kubrak
03.07.2026, 15:07
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Der Wirbel um die geplante Gesundheitsreform geht weiter. Geht es nach den Plänen der Regierung, soll die Versorgung im Gesundheitsbereich künftig stärker koordiniert werden. Vorgesehen sind zudem der Ausbau der Primärversorgungseinheiten sowie eine gemeinsame Finanzierung künftiger Fachärztezentren.

SPÖ-Landeschefs stellen sich quer

Obwohl SPÖ-Gesundheitsministerin Korinna Schumann die Reform federführend vorangetrieben hat, kommt ausgerechnet von den roten Landeshauptleuten Hans Peter Doskozil (Burgenland) und Daniel Fellner (Kärnten) scharfe Kritik an den Plänen.

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Beide warnen vor Spitalsschließungen und Leistungskürzungen – vor allem im ländlichen Bereich. "Hände weg von unseren Spitälern", lautet die Botschaft an Wien. Doskozil und Fellner pochen darauf, dass Reformen die Gesundheitsversorgung verbessern und nicht verschlechtern dürfen.

Stelzer: "Geht an Realität der Menschen vorbei"

In ähnlichen Worten äußerte sich Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). "Für Oberösterreich ist klar: Spitalsschließungen sind keine Lösung und wird es mit uns nicht geben", sagte der Landeschef zu "Heute". Er halte nichts von theoretischen Debatten aus der Wiener Perspektive, die an der Realität der Menschen vorbeigehe. "Wer über die Schließung von Spitälern spricht, muss auch sagen, wohin die Menschen gehen sollen, wenn vor Ort Kassenarztstellen unbesetzt bleiben", so Stelzer.

Auch Oberösterreich habe in den vergangenen Jahren im Spitalsbereich Strukturen weiterentwickelt und Angebote gebündelt. "Aber immer nach einem klaren Grundsatz: Reform ja, aber sicher nicht zulasten der Patientinnen und Patienten."

Für den Landeschef ist klar: "Wer Patientensteuerung fordert, muss daher erst beantworten, woher die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kommen sollen. Alles andere ist realitätsfern und würde am Ende nur zu einer Überlastung des gesamten Systems führen."

Ministerium beruhigt: "Keine Spitalsschließungen"

Im Gespräch mit "Heute" betonte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums unmissverständlich, dass Spitalsschließungen im gesamten Reformprozess weder geplant gewesen noch Gegenstand der Diskussion seien. "Im Gegenteil: Unser Ziel ist es, die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern. Dafür sind die bestehenden Standorte ein wesentlicher Bestandteil", erklärte er.

Die Reform sei dazu da, um Krankenhäuser zu entlasten. "Viele ambulante Behandlungen, die im Spital erbracht werden, könnten außerhalb des Krankenhauses ebenso gut – und für Patientinnen und Patienten oft einfacher und schneller – erbracht werden. Mit den neuen Facharztzentren schaffen wir deshalb zusätzliche Versorgungsangebote in der Region, damit ambulante Leistungen dort stattfinden können, wo sie medizinisch sinnvoll sind."

Abschließend stellte das Ministerium klar: "Die Menschen erhalten die richtige Versorgung am richtigen Ort. Wartezeiten können verkürzt werden, und die Krankenhäuser gewinnen mehr Kapazitäten für jene Patientinnen und Patienten, die eine stationäre oder hochspezialisierte Behandlung dringend benötigen."

{title && {title} } nico, {title && {title} } 03.07.2026, 15:07
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