Tierischer Hoffnungsschimmer

Sechs kleine Wunder! Baby-Rekord bei seltenstem Tier

Sechs kleine Flussdelfine sorgen am Mekong für ganz große Hoffnung. Der seltene Nachwuchs zeigt eindrucksvoll, dass konsequenter Artenschutz hilft.
Heute Tierisch
14.09.2026, 12:19
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Endlich eine Nachricht, die Hoffnung macht: Am Mekong erlebt einer der seltensten Flussdelfine der Welt einen kleinen Babyboom. Sechs Kälber wurden allein heuer geboren – und seit fünf Jahren ist kein einziges Tier mehr gestorben.

Und schwupps! Gleich sechs kleine Kälber geben Hoffnung.
©WWF

Sie sind selten, stark bedroht – und plötzlich wieder ein wenig zahlreicher: Die Irawadi-Flussdelfine im Mekong sorgen derzeit für außergewöhnlich erfreuliche Nachrichten. Seit Jahresbeginn wurden in Kambodscha bereits sechs Kälber geboren. Für die winzige Population ist das ein echter Rekord. Noch schöner: Seit fünf Jahren wurde kein Todesfall mehr verzeichnet. Die Zahl der Tiere ist damit von nur 89 im Jahr 2017 auf mittlerweile 118 angewachsen.

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Artenschutz, der tatsächlich wirkt

Für den WWF ist der Nachwuchs weit mehr als nur eine herzerwärmende Nachricht. Er zeigt, dass jahrelanger Einsatz Früchte tragen kann. Gemeinsam mit lokalen Gemeinden wurden Schutzmaßnahmen verstärkt und Kontrollen entlang des Flusses ausgebaut. Die Entwicklung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der langjährige Negativtrend umkehren lässt.

„Sechs Jungtiere in nur einem Jahr sind für eine so kleine Population ein echter Rekord“
Georg ScattolinArtenschutzexperte
Weltweit sind alle fünf Flussdelphin-Arten akut bedroht.
©WWF

Entwarnung jedoch noch lange nicht

Flussdelfine gehören weiterhin zu den am stärksten bedrohten Säugetieren der Erde. Besonders gefährlich sind illegale Fanggeräte und Kiemennetze, in denen die Tiere ertrinken können. Auch Wasserkraftwerke, andere Flussverbauungen und Umweltverschmutzung setzen ihren Lebensräumen zu. Alle fünf Flussdelfin-Arten gelten laut WWF als akut bedroht.

Der Irawadi-Delfin fällt durch seine rundliche Stirn und die kurze Schnauze ohne ausgeprägten "Delfinschnabel" auf. Er kann etwa 2 bis 2,7 Meter lang werden und lebt – anders als sein Name vermuten lässt – sowohl in Küstengewässern als auch in einigen großen Flüssen Südostasiens. Die kleine Population im Mekong ist stark bedroht und weitgehend isoliert. Besonders gefährlich sind Kiemennetze, Flussverbauungen und Umweltverschmutzung. Als sogenannte Zeigerart verrät der Flussdelfin außerdem viel über den Zustand seines Lebensraums: Geht es ihm gut, ist das auch ein gutes Zeichen für das gesamte Ökosystem Mekong.

Sechs kleine Botschafter der Hoffnung

Umso wertvoller sind die sechs kleinen Neuankömmlinge. Denn wo Flussdelfine überleben und sich vermehren können, profitiert ein ganzes Ökosystem. Der Mekong ist schließlich eine Schatzkammer der Natur: Mehr als 1.300 Fischarten sowie Hunderte Säugetier-, Vogel-, Reptilien- und Amphibienarten sind in der Region zu Hause. Die sechs Delfin-Kälber sind deshalb nicht nur süßer Nachwuchs – sondern vielleicht auch der schönste Beweis dafür, dass konsequenter Artenschutz tatsächlich etwas verändern kann.

red,14.09.2026, 12:19