Firmen-Chef ärgert sich

"Sprit zu teuer!" – AMS-Bezieher lehnen Job-Angebot ab

Sprit-Ärger in Österreich! Ein Unternehmer aus NÖ bekommt reihenweise Absagen von Bewerbern, die sich den Weg in die Arbeit nicht leisten können.
25.03.2026, 05:19
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Die Preise an den Zapfsäulen kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Diesel kostet inzwischen mehr als zwei Euro pro Liter, Benzin kratzt ebenfalls an dieser Marke. Experten warnen bereits vor einer weiteren Zuspitzung. Sollte sich die Lage am Weltmarkt nicht entspannen, könnten sogar Preise von bis zu drei Euro pro Liter möglich werden.

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Basierend auf Daten von e-control, ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Grund dafür ist vor allem die angespannte Situation rund um den Iran-Krieg. Die Ölpreise liegen aktuell deutlich höher als noch davor. Die Internationale Energieagentur spricht sogar von einer möglichen schweren Energiekrise.

Spritpreise schnellen in die Höhe

Ein entscheidender Faktor ist die Straße von Hormus. "Dort werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölbedarfs abgewickelt", erklärt Energie-Experte Johannes Benigni. Aktuell gelangen aber deutlich weniger Mengen auf den Markt als üblich.

Auch beim Gas verschärft sich die Lage. Vor allem Flüssiggas wird knapper, zusätzlich sorgt der Ausfall einer großen Anlage in Katar für weiteren Druck.

Für Österreich gibt es derzeit zwar keine Engpässe bei der Versorgung, doch die Preise steigen trotzdem. "Wir bekommen weiterhin Diesel, aber die Preise richten sich nach dem Weltmarkt", so Benigni. Während Experten analysieren, wächst bei vielen Autofahrern der Frust.

"Arbeiten lohnt sich nicht mehr"

In sozialen Netzwerken machen sich immer mehr Menschen Luft. "Es lohnt sich nicht mehr zu arbeiten, dann kündige ich und lebe vom Staat", schreibt etwa ein "Heute"-Leser. Für ihn zahlt sich der Weg in die Arbeit schlicht nicht mehr aus.

Solche Aussagen kennt auch Unternehmer Christian M. (Anm. Name geändert) aus Niederösterreich. Der Firmen-Chef sucht dringend Mitarbeiter, bekommt von Bewerbern momentan allerdings nur Absagen. Der Grund: Die Fahrt zur Arbeit wäre zu lange und sie könnten sich die Preise für den Sprit nicht leisten.

45 Minuten Anreise? "Zahlt sich nicht aus"

"Sie sagen mir, dass sich das für sie nicht auszahlt, wenn sie jeden Tag zum Beispiel von Wien nach Niederösterreich mit dem Auto fahren müssten, da die Spritpreise einfach zu hoch sind", ärgert der Unternehmer gegenüber "Heute".

Im Video: "Unglaubliche Tricks" – AMS-Berater packt jetzt aus

Für manche Bewerber sei auch eine Anreise von rund 45 Minuten bereits zu lange: "Der Weg zur Arbeit ist für mich leider zu lange, heißt es dann bei der Begründung – ich fahre doch keine Stunde in die Arbeit", so Christian M. zu "Heute".

Die hohen Spritpreise machen aber auch dem Unternehmer selbst zu schaffen. "Natürlich, ich habe circa zehn Firmen-Fahrzeuge und die werden regelmäßig aufgetankt. Das spüre ich auf alle Fälle", sagt der Firmen-Chef.

Und was sagt das Arbeitsmarktservice zu solchen Fällen? "Heute" fragte nach und erhielt rasch Antwort. In einer Stellungnahme teilte das AMS mit: "Für eine Teilzeitbeschäftigung ist laut Arbeitslosenversicherungsgesetzt eine tägliche Fahrtzeit von jedenfalls eineinhalb Stunden zumutbar. Für eine Vollzeitbeschäftigung eine Fahrtzeit von zwei Stunden. Bevor das AMS eine arbeitslose Person vermittelt, wird standardmäßig geprüft, ob eine Anreise zumutbar ist."

Und weiter: "Sollten arbeitslose Personen, die vom AMS vermittelt wurden, eine Arbeit, die innerhalb der zumutbaren Wegstrecke liegt, ablehnen, könnte es zu Sanktionen wie dem Streichen das Arbeitslosenbezugs kommen. Wir ersuchen daher Unternehmen, unbedingt die Geschäftsstellen des AMS zu informieren, wenn von uns vermittelte Personen einen Job ablehnen, weil ihnen die Anfahrt zu weit ist."

{title && {title} } wil,zdz, {title && {title} } Akt. 25.03.2026, 06:03, 25.03.2026, 05:19
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