Klebende Zweifel

Studie – Kinesiotapes bringen wohl weniger als gedacht

Viele schwören auf die bunten Streifen, doch eine neue internationale Analyse sorgt jetzt für Zweifel an ihrem Nutzen.
Heute Life
14.04.2026, 10:46
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ob beim Joggen im Park oder im Fitnessstudio – sie sind kaum zu übersehen: bunte Streifen auf Schultern, Knien oder Rücken. Kinesiotapes gelten für viele als Geheimwaffe gegen Schmerzen und Verspannungen. Doch während viele Sportler darauf schwören, stellt eine neue Studie nun eine unbequeme Frage: Wirken die auffälligen Bänder überhaupt?

Vom Profi-Trick zum Massenphänomen

Ursprünglich in den 1970er-Jahren vom japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelt, sollten Kinesiotapes gezielt Muskeln unterstützen und den Heilungsprozess fördern. Im Spitzensport wurden sie schnell populär – und schafften es schließlich auch in den Alltag.

Heute sind sie aus dem Freizeitsport kaum wegzudenken. Die Versprechen klingen verlockend: weniger Schmerzen, bessere Durchblutung, schnellere Regeneration. Doch der wissenschaftliche Beweis dafür blieb bisher dünn.

Große Analyse mit ernüchterndem Ergebnis

Nun sorgt eine umfassende Untersuchung für Aufsehen. Ein internationales Forschungsteam wertete insgesamt 128 systematische Reviews mit rund 16.000 Teilnehmenden aus – und kommt zu einem klaren Fazit: Die Studienlage liefert keine ausreichenden Belege, dass die Tapes die Lebensqualität bei Beschwerden des Bewegungsapparats tatsächlich verbessern.

Forschung mit Schwächen

Ein zentrales Problem: die Qualität der bisherigen Studien. Laut den Forschenden weisen über drei Viertel der untersuchten Arbeiten methodische Mängel auf. Unterschiedliche Taping-Techniken erschweren zusätzlich den Vergleich der Ergebnisse.

Zwar gibt es Hinweise darauf, dass die Bänder kurzfristig Schmerzen lindern könnten, doch auch hier ist die Datenlage zu schwach, um klare Aussagen zu treffen. Mittelfristig scheint der Effekt sogar zu verschwinden.

Auch bei anderen versprochenen Vorteilen sieht es ähnlich aus: Weder eine Verbesserung der Muskelkraft noch eine gesteigerte Beweglichkeit lassen sich zuverlässig nachweisen. Selbst im Vergleich zu Placebo-Tapes sind mögliche Vorteile minimal. In manchen Fällen berichten Anwender sogar von Nebenwirkungen wie Hautreizungen oder Juckreiz.

{title && {title} } red, {title && {title} } 14.04.2026, 10:46
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen